Heirat abgelehnt: Mann ersticht Frau in Schlebusch

Kölner Landgericht

Heirat abgelehnt: Mann ersticht Frau in Schlebusch

Von Markus Schmitz

Das Kölner Landgericht verhandelt von heute an gegen einen 48 Jahre alten Mann. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Er soll eine Frau getötet haben, die ihn nicht heiraten wollte.

Am 3. Juli 2020 betritt die 22 Jahre alte Hanna das Mehrfamilienhaus in Leverkusen-Schlebusch, in dem sich ihre Wohnung befindet. Im Treppenhaus trifft sie nach der Rekonstruktion der Kölner Staatsanwaltschaft auf den Mann, der ihr schon seit längerer Zeit auflauert und sie auch schon bedroht hat. An diesem Tag hat der Mann ein Messer mit einer 12,5 cm langen Klinge dabei. Wenig später liegt die Frau mit mehr als 30 Schnitt– und Stichverletzungen auf dem Boden. Das Opfer überlebt die Angriffe nicht. 

Anklage: Frau starb, weil sie den Mann nicht heiraten wollte

Strafgesetzbuch

Hohe Strafe droht: Die Anklage wirft dem Mann Mord vor

Die junge Frau kam erst einige Jahre zuvor aus ihrem Heimatland Eritrea. Sie lernte schnell deutsch, war fleißig und lernte den Mann kennen, der sie laut Anklage später töten sollte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bemühte sich der Mann, der im Januar 1973 ebenfalls in Eritrea zur Welt kam, darum, die Frau besser kennen zu lernen. Es gab auch eine kleine Reise in ein Hotel über zwei Tage. Doch der Wunsch des Mannes, dass die junge Hanna seine Ehefrau wird, erfüllte sich nicht. Laut Anklage wollte die Frau den Mann aus religiösen Gründen nicht heiraten, weil der jetzt Angeklagte bereits zweimal verheiratet war und drei Kinder hat. 

Textnachrichten, Anrufe, Drohungen

Der jetzt 48 Jahre alte Mann stalkte daraufhin die junge Frau. Er schrieb hunderte SMS, rief regelmäßig an und bedrohte die Frau im Frühjahr 2020 mit einem Hammer. Das Opfer verzichtete aber darauf, den Fall anzuzeigen. Laut Gesetz kann die Polizei erst nach einer Anzeige aktiv werden. Erst dann können die Beamten zum Beispiel als ersten Schritt eine sogenannte Gefährderansprache durchführen. Das bedeutet, dass die Polizei den Mann besucht und ihm klar macht, dass sein Verhalten falsch ist, und eine Strafe droht, wenn er die Frau nicht in Ruhe lässt.

Stand: 29.01.2021, 07:39