Wuppertal: Mordprozess um getötete Seniorin

Mord aus Habgier: Wuppertaler Prozessbeginn Lokalzeit Bergisches Land 13.03.2020 01:34 Min. Verfügbar bis 20.03.2021 WDR Von Rüdiger Knössl

Wuppertal: Mordprozess um getötete Seniorin

Von Rüdiger Knössl

  • Habgier als Tatmotiv?
  • Täter und Opfer kannten sich
  • Angeklagter in psychiatrischer Behandlung

Vor dem Wuppertaler Landgericht hat am Freitag (13.03.2020) der Prozess um den Mord an einer 78-jährigen Frau begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, ein 36-Jähriger aus Remscheid, Mord aus Habgier vor. Er soll die Frau im September vorigen Jahres in Wuppertal-Cronenberg getötet haben.

Täter und Opfer kannten sich

Bei der 78-Jährigen handelte es sich um die Stief-Oma der früheren Lebensgefährtin des Angeklagten. Zum Prozessauftakt gestand der Mann, die Frau besucht zu haben, um sie um 1000 Euro zu beten - zur Begleichung von Schulden, und um seinen beiden Kindern Geld für eine Klassenfahrt zu geben. Die Frau zu töten, habe er nicht vorgehabt. Erst als sie ihn sich wegen seiner Schulden kritisiert habe, sei er durchgedreht, habe zugeschlagen und sie mit einem Messer aus der Küche umgebracht.

Wegen Suizidgedanken in Behandlung

Laut seinem Geständnis war der Mann seinerzeit wegen schwerer Depressionen in stationärer Behandlung in der Stiftung Tannenhof. Von dort aus habe er sein Opfer an jenem Montagmorgen (16.09.2019) besucht. Nachdem die Frau tot war, habe er ihre EC-Karte entwendet und sei mit ihrem Auto zur Bank gefahren, die 1000 Euro abzuheben. Den Pin-Code habe als Notiz bei der Karte gefunden. Anschließend habe er die Tatwaffe und die Karte weggeworfen und sei in die Klinik zurückgekehrt.

Angeklagter stellte sich selbst

Die Leiche der Frau wurde einen Tag später gefunden. Als die Polizei mit einem Radarfoto nach dem verschwundenen Auto suchte, stellte sich der Mann der Polizei. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann von Anfang an damit rechnete, kein Geld zu bekommen und daher von vornherein geplant habe, die Frau zu töten. Das Urteil wird Anfang April erwartet.

Stand: 13.03.2020, 17:38