Monheim beschließt: Busse werden kostenlos

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann vor einem Bus des ÖPNV

Monheim beschließt: Busse werden kostenlos

  • Ab April 2020 können die Monheimer kostenlos Bus fahren
  • Kosten von 3 Millionen Euro übernimmt die Stadt
  • Wissenschaftler untersuchen Auswirkungen auf Mobilitätsverhalten

Ab April 2020 kostet das Busfahren in Monheim für Einwohner nichts mehr. Der Stadtrat der Kleinstadt mit rund 44.000 Einwohnern hat das am Mittwochabend (10.07.2019) in der Ratssitzung einstimmig beschlossen. Das Projekt ist langfristig geplant, nach drei Jahren soll eine Zwischenbilanz gezogen werden. Ziel von Bürgermeister Daniel Zimmermann ist es, dass mehr Einwohner die Busse nutzen und das Auto stehen lassen.

Laut einer aktuellen Umfrage legen die Monheimer 55 Prozent aller Strecken mit dem Auto, Motorrad oder Moped zurück und nur 10 Prozent mit dem ÖPNV. "Dabei fahren wir schon enge Takte", sagt Bürgermeister Zimmermann, "teilweise sogar im 5-Minuten-Takt zum S-Bahnhof, was für eine Stadt unserer Größe viel ist". Trotzdem gebe es noch eine Hürde, und das seien die Kosten.

Monatskarte kostet bisher 62 Euro

Doch das soll sich nun ändern: Die Stadt plant, dass alle Einwohner mit dem Monheim-Pass innerhalb der Stadt kostenlos die Busse nutzen könnten. Für die Fahrten nach Düsseldorf oder Langenfeld halbiert sich der Preis.

Die drei Millionen Euro, die durch den Ticketverkauf jährlich wegfallen, will die Stadt übernehmen. Finanzieren will sie das aus den sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen. Bürgermeister Daniel Zimmermann rechnet mit etwa zweieinhalb bis drei Millionen Euro. Das sei die Summe, die die Monheimer derzeit für das Busnetz ausgeben. Das Geld soll an das lokale Verkehrsunternehmen gezahlt werden, und so die wegfallenden Ticketeinnahmen ausgleichen. Zurzeit kostet eine Monatskarte für das Tarifgebiet rund 62 Euro.

Kostenloser ÖPNV in Monheim: "Klimaziele erreichen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 10.07.2019 04:42 Min. Verfügbar bis 08.07.2020 WDR 5

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Die Stadt will das Projekt auch wissenschaftlich untersuchen und hat dafür jährlich 150.000 Euro eingeplant. Mit dem Geld soll an der RWTH in Aachen eine Begleitstudie in Auftrag gegeben werden, um die Änderungen im Mobilitätsverhalten zu beobachten.

Stand: 10.07.2019, 21:13