Mönchengladbach: Vater misshandelte seine Kinder - 13 Jahre Haft

Mönchengladbach: 13 Jahre Haft für Vater wegen Kindesmisshandlung

Mönchengladbach: Vater misshandelte seine Kinder - 13 Jahre Haft

Das Landgericht Mönchengladbach hat heute einen 24-jährigen Vater wegen schwerer Kindesmisshandlung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Mutter der Kinder bekam wegen Unterlassung eine Strafe von vier Jahren Jugendhaft.

Unbewegt folgte der Kindsvater am Montag dem Urteil. Der 24-Jährige hatte Anfang des Jahres seinen fünf Wochen alten Sohn lebensgefährlich und seine 17 Monate alte Tochter schwer verletzt. Die Richter begründeten die hohe Strafe mit den extremen Tatfolgen. Der Junge hat bleibende Hirnschäden, die Tochter ist schwer traumatisiert.

Beide Kinder mit schweren Verletzungen

Unter anderem hatte das Baby mehrere Knochenbrüche und eine Hirnblutung erlitten. "Es ist davon auszugehen, dass das Kind dauerhafte Behinderungen - sowohl geistiger als auch körperlicher Art - behalten wird", so Jan-Philip Schreiber vom Landgericht Mönchengladbach. Auch seine damals 17 Monate alte Tochter hatte der Vater misshandelt. Er hatte ihr das Bein so verdreht, dass das Schienbein brach. Das Kind leidet deshalb unter einer dauerhaften Schiefstellung des linken Fußes.

Weinen der Kinder habe den Vater genervt

Schon zu Beginn des Prozesses im August räumten die Eltern die Vorwürfe im wesentlichen ein. Der Mann gab über seinen Anwalt zu, den Säugling mehrmals heftig geschüttelt und geschlagen zu haben. "Es tut ihm leid, aber mehr möchte er nicht sagen und auch keine weiteren Angaben machen", erklärte der Anwalt zu Prozessbeginn.

Nach Aussage der Mutter wurde der Junge schon kurz nach der Geburt misshandelt, die ältere Tochter erst später. Die Begründung: Ihren heutigen Ex-Mann habe das Weinen der Kinder genervt. Die Geschwister sind sich seit Anfang des Jahres in städtischer Obhut.

Vier Jahre Haft für die Mutter

Die 20-jährige Mutter ist am Montag wegen Unterlassung zu vier Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Zu Prozessbeginn sagte sie, sie habe zwar von den Übergriffen gewusst, aber nicht bemerkt, wie schwer die Verletzungen gewesen seien. "Ich bin selbst geschlagen worden", erklärte sie. Sie habe Angst vor ihrem gewalttätigen Mann gehabt. Inzwischen sei sie von ihm geschieden.

Keine Anklage wegen versuchten Totschlags

Das Paar war den Behörden zuvor nicht als auffällig bekannt. Die Staatsanwaltschaft hat den Vater nicht wegen versuchten Totschlags angeklagt, weil er seiner damaligen Ehefrau gesagt hatte, es gehe dem Jungen nicht gut, sie müssten ins Krankenhaus.

Der Fall dieser jungen Familie war der zweite von schwerer Kindesmisshandlung in Mönchengladbach während des Corona-Lockdowns, der bekannt geworden ist. Bereits im März dieses Jahres wurde ein 23-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte die Söhne seiner Lebensgefährtin monatelang misshandelt und den fünfjährigen Fabio im April 2020 schließlich mit Schlägen gegen Kopf und Körper totgeprügelt.

Kinderschutzbund Ganz Ehrlich Staffel 1, Folge 3 15.01.2021 14:23 Min. Verfügbar bis 17.01.2022 WDR Von Katharina Wolff

Stand: 27.09.2021, 12:40

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