Düsseldorfer Taxiräuber freut sich über Haftstrafe

Gefängniszelle wird aufgeschlossen

Düsseldorfer Taxiräuber freut sich über Haftstrafe

  • Freude bei Taxiräuber über Gefängnisaufenthalt
  • Endlich Dach über dem Kopf plus Fortbildung
  • Zwei Jahre Haft ohne Bewährung

Zwei Jahre Haft ohne Bewährung: Für einen Düsseldorfer Taxiräuber ging damit am Donnerstag (22.08.2019) vor dem Landgericht Mönchengladbach ein ungewöhnlicher Wunsch in Erfüllung. Sein Ziel war es, ein Ticket fürs Gefängnis zu lösen. So müsse er nicht mehr unter einer Brücke schlafen. Außerdem könne er im Gefängnis eine Fortbildung machen, sagte der Mann vor Gericht.

Erst Taxifahrer ausgeraubt, dann zur Polizei

Der 52-Jährige war im April am Düsseldorfer Hauptbahnhof in ein Taxi gestiegen und hatte den Taxifahrer auf dem Weg nach Erkelenz mit einer ungeladenen Schreckschusspistole bedroht. Er raubte den Mann aus und zwang ihn, das Fahrzeug zu verlassen. Später stellte sich der Taxiräuber selbst der Polizei.

Vor Gericht schilderte er sein Motiv für den Überfall so: Nach jahrelangem Aufenthalt auf Teneriffa und Mallorca als Tauchlehrer sei er Ende 2018 mit seiner Lebensgefährtin nach Deutschland zurückgekehrt. Dann habe ihn erst die Freundin verlassen. Joblos verlor der 52-Jährige auch noch seine Wohnung.

Der Taxiüberfall erschien dem Mann als einzige Lösung, im Gefängnis ein Dach über den Kopf zu erhalten und dort auch noch eine Fortbildung zu machen.

Lieber im Gefängnis als wieder Straftäter

Der Richter begründete seine Entscheidung für die Haftstrafe ohne Bewährung damit, da sonst die Gefahr bestehe, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen würde, um erneut ins Gefängnis zu kommen.

Bei seinem Opfer - dem Düsseldorfer Taxifahrer - entschuldigte sich der Taxiräuber am Donnerstag noch im Gerichtssaal und bot ihm als Entschädigung 50 Euro an. Der Mann lehnte das Geld mit der Begründung ab, der Taxiräuber solle das Geld lieber als Taschengeld bei seiner Haftstrafe nutzen.

Stand: 22.08.2019, 16:23