Totschlag mit Samuraischwert in Hückelhoven: Neun Jahre Haft

Justiz

Totschlag mit Samuraischwert in Hückelhoven: Neun Jahre Haft

  • Neun Jahre Haft für Totschlag mit Samuraischwert
  • Gericht ordnet Unterbringung in Entzugsklinik an
  • Schmerzensgeld für Frau und Kinder des Opfers

Im Prozess um Totschlag mit einem Samuraischwert hat das Landgericht Mönchengladbach am Montag (03.02.2020) einen Mann zu neun Jahren Haft verurteilt. Außerdem ordnete es die Unterbringung des 47-Jährigen in einer Entzugsklinik an.

Keine Erinnerung an die Tat

Der Mann hatte zugegeben, bei einem Trinkgelage im Streit seinen Schachpartner mit 37 Schwerthieben erschlagen zu haben. Die beiden Männer hatten sich flüchtig gekannt. An den genauen Tathergang könne er sich aber nicht erinnern.

Der 47-Jährige war zur Tatzeit schwer betrunken. Tatzeugen gibt es nicht. Er alarmierte damals selber die Polizei. Als die eintraf, hatte er das Schwert noch in der Hand.

Männer kannten sich flüchtig

Eine Blutprobe hatte bei dem Mann einen Blutalkoholwert von über 2,8 Promille ergeben. Das Gericht stufte den 47-Jährigen deshalb als vermindert schuldfähig ein. Außerdem wurde er verurteilt, der Frau und den zwei Kindern des Opfers insgesamt 25.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre und acht Monate Haft für den Angeklagten sowie seine Unterbringung in einer Entzugsklinik gefordert. Die Verteidigung hielt sechs Jahre für angemessen und den Maßregelvollzug für nötig. Der Angeklagte hatte sich selbst im Prozess als alkoholkrank bezeichnet und betont, er brauche Hilfe.

Angeklagter will Angriff mit Samuraischwert gestehen

00:29 Min. Verfügbar bis 19.11.2020 Von Martin Höke

Stand: 03.02.2020, 11:21