Motorhauben-Prozess: Sieben Jahre Haft für Angeklagte

Landgericht Mönchengladbach

Motorhauben-Prozess: Sieben Jahre Haft für Angeklagte

Das Landgericht Mönchengladbach hat eine Frau zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie war nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten auf der Motorhaube über die Autobahn gerast.

Mit bis zu 130 Kilometern in der Stunde war die angetrunkene 51-Jährige aus Kempen Ende Dezember mit ihrem Lebensgefährten auf der Motorhaube über die A52 und die A61 gefahren.

Frau hat Mann liegen lassen

Kurz hinter dem Autobahnkreuz Mönchengladbach war der 53-Jährige von der Motorhaube auf die Fahrbahn gestürzt. Er erlitt schwerste Kopfverletzungen und ist seitdem ein Pflegefall. Die Frau hatte ihn liegen gelassen.

Verurteilte kann sich nur teilweise erinnern

Die Verurteilte habe den Tod ihres Partners in Kauf genommen, davon sind die Richter des Landgerichts Mönchengladbach überzeugt. Zeugen zufolge hatte sie auf der Autobahn mehrfach die Spur gewechselt, um ihren Partner von der Motorhaube zu befördern. Die Frau sagte vor Gericht, sie könne sich zwar an den bedrohlichen Eifersuchtsstreit auf dem Rastplatz erinnern, aber an die Fahrt nur teilweise.

Neben der Haftstrafe muss die Angeklagte dem Opfer noch 100.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Davon habe sie 50.000 Euro bereits gezahlt, erklärte ihre Verteidiger. Die wollen das Urteil in der Revision anfechten.

Stand: 28.09.2020, 15:42