Raserei in Mönchengladbach: Ermittlung wegen versuchten Mordes

Autoraser in Mönchengladbach verursacht mehrere Unfälle mit mehreren Verletzten

Raserei in Mönchengladbach: Ermittlung wegen versuchten Mordes

In Mönchengladbach löste am Donnerstagabend eine Raserei von zwei Autos einen großen Polizeieinsatz aus. Dabei kam es zu mehreren Unfällen, ein Mann wurde schwer verletzt.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nun wegen versuchten Mordes. Bei dem Verletzten handelt es sich um einen Mitfahrer aus einem der Raser-Autos.

Nach derzeitigem Stand sind die beiden Fahrer gegen 20:40 Uhr in Schwalmtal-Waldniel durch erhöhte Geschwindigkeit und waghalsige Fahrweisen aufgefallen. Die Mordkommission sucht nach den Insassen eines Ford Transit, denen die beiden Fahrzeuge aufgefallen sind.

Eine Person schwer verletzt

Gegen 20:50 Uhr kam es in Viersen auf der Gladbacher Straße zu einem Zusammenstoß der beiden beteiligten Pkw. Dabei wurde ein unbeteiligtes Auto beschädigt. Beide Autos setzten ihre Fahrt in Richtung Mönchengladbach fort, wo es im Verlauf der Viersener Straße zu mehreren Zusammenstößen der beiden Raser-Autos gekommen. In Höhe der Brücke über die Hermann-Piecq-Anlage sollen zwei Personen eines dieser Fahrzeuge verlassen haben. Sie flüchteten dann zu Fuß.

Das andere Auto erfasste eine der davonlaufenden Personen, einen 27-jährigen Mann. Er wurde schwer verletzt, Lebensgefahr besteht aber nicht. Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach werten das Tatgeschehen trotzdem als versuchten Mord. Deshalb wurde eine Mordkommission eingerichtet. Die Ermittlungen laufen.

Fahndung nach zweitem Auto und Beteiligten

Als die Polizei am Unfallort ankam, fand sie das beteiligte Auto, einen VW, verlassen auf der Viersener Straße an. Das Fahrzeug war nicht mehr fahrbereit, die Beamten stellten es sicher. Der Verletzte wurde vor Ort erstversorgt und danach in ein Krankenhaus gebracht.

Von allen anderen Personen und dem zweiten Fahrzeug fehlte jede Spur. Die Polizei leitete eine groß angelegte Fahndung ein. Auch ein Hubschrauber und Spürhunde kamen zum Einsatz. Polizisten aus umliegenden Behörden unterstützten die Polizei Mönchengladbach. Die beteiligten Personen sind weiterhin flüchtig (Stand: 22.09.2020).

Unbeteiligter Verletzter und beschädigte Autos

Bei der Verfolgungsjagd wurde auch ein Unbeteiligter leicht verletzt. Eines der Autos fuhr gegen das E-Bike des 65-Jährigen. Neben dem beschädigten Fahrrad wurden auch sechs geparkte Autos demoliert.

Zunächst Verdacht auf Amokfahrt

Gegen 21 Uhr meldeten Zeugen der Polizei, dass sich zwei Autos auf der Viersener Straße in Mönchengladbach eine rasante Verfolgung lieferten. Dabei sei es zu Unfällen gekommen, außerdem sei ein Fußgänger angefahren worden.

Da sich aufgrund dieser Angaben zunächst nicht ausschließen ließ, dass es sich bei der Raserei um eine Amokfahrt handelte, löste die Polizei Mönchengladbach einen Großeinsatz aus. Der Einsatz wurde vom Polizeipräsidium Düsseldorf geführt.

Zeugen wollen Schüsse gehört haben

Im Laufe der Ermittlungen konnte eine Amokfahrt ausgeschlossen werden. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass sich die Beteiligten kennen. Die Hintergründe der Auseinandersetzung und mögliche Tatmotive sollen nun ermittelt werden.

Zeugen berichteten auch von Schussgeräuschen. Derzeit ist jedoch noch unklar, ob es sich tatsächlich um Schüsse gehandelt hat. Auch diese Frage ist Gegenstand der Ermittlungen.

Stand: 22.09.2020, 19:10