Totes Kind in Mönchengladbach: Verletzungen wären in Kita aufgefallen

Ein Mann der Spurensicherung betrifft in weißem Schutzanzug mit brauner Tüte in der Hand ein Haus

Totes Kind in Mönchengladbach: Verletzungen wären in Kita aufgefallen

  • Fünfähriger aus Mönchengladbach gestorben
  • Mordkommission ermittelt
  • Mutter und Lebensgefährte festgenommen
  • Verletzungen wären in Kita aufgefallen

Nach dem Tod eines Fünjährigen in Mönchengladbach haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (23.04.2020) erste Ermittlungsergebnisse präsentiert. Bereits am Dienstag waren die 23-jährige Mutter des Jungen und ihr Lebensgefährte festgenommen worden, sie sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Schwere Misshandlungen

Die Ermittler glauben nicht, dass das Kind - wie von der Mutter angegeben - mehrfach aus dem Hochbett gefallen ist und seine Verletzungen von den Stürzen herrühren. Sie gehen davon aus, dass der Junge mehrfach schwer misshandelt worden ist, vermutlich vom Lebensgefährten der Mutter. Zeugen hätten ihn als gewalttätig beschrieben. Die Verletzungen deuteten auf stumpfe Gewalteinwirkung hin.

Verletzungen wären in Kita aufgefallen

Besonders fatal: die Ermittler sind auch davon überzeugt, dass die Verletzungen des Kindes - Hämatome am ganzen Körper - in der Kita aufgefallen wären. Kitas sind aktuell aber wegen der Coronapandemie geschlossen.

Die Familie wurde - mit Unterbrechungen - seit 2015 vom Jugendamt betreut. Dabei ging es nach Angaben der Stadt im Wesentlichen um Betreuungs-und Hilfsangebote für die noch junge Mutter.

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Die 23-jährige hat noch einen dreijährigen Sohn, der sich jetzt in der Obhut des Jugendamtes befindet. Im Frühjahr 2020 gab es einen Krankenhausaufenthalt dieses Jungen. Die Diagnostik ergab aber keine Hinweise auf ein körperliche Misshandlung.

Notarzt war misstrauisch

Die Mutter hatte am Dienstag (21.04.2020) den Rettungsdienst gerufen, weil ihr Sohn nicht mehr atmete. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Kindes feststellen.

Da der Verdacht bestand, dass sich die augenscheinlichen Verletzungen des Kindes nicht mit dem geschilderten Sturzgeschehen erklären ließen, zog der Notarzt die Polizei hinzu. Diese entschied zusammen mit der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach, die Ermittlungen in Form einer Mordkommission aufzunehmen.

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Stand: 24.04.2020, 16:45

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