Streit um Frauenfußball in Mönchengladbacher Amateurverein

Mädchen kicken den Fußball in einer Trainingsübung hin und her.

Streit um Frauenfußball in Mönchengladbacher Amateurverein

  • Ärger um Frauenteams beim 1. FC Mönchengladbach
  • Verein zieht Mannschaften zurück
  • Petition im Internet

Beim Amateur-Fußballverein 1. FC Mönchengladbach gibt es Ärger um die Frauen- und Mädchenteams. Der Verein hat mehrere Frauen- und Mädchenteams vom Spielbetrieb für die nächste Saison abgemeldet. Dagegen regt sich seit Dienstag (23.06.2020) Widerstand in Form einer Online-Petition.

Drei Damenteams abgemeldet

Darin heißt es, dass der Verein die Mannschaften abgemeldet habe, weil die 1. Herrenmannschaft in die Oberliga aufsteige. Deshalb gebe es an den Wochenenden keinen Platz mehr für den Spielbetrieb der Damenmannschaften. Der Petition zufolge geht es um die 1. und 2. Damenmannschaft sowie die U-17-Juniorinnen.

"Das wäre der Super-Gau. Wir sind in den letzten zwei Jahren eine gute Truppe geworden und die wird jetzt auseinander gerissen", erzählt Sali Mendez. Sie spielt in der Niederrheinliga und hat schon um den DFB-Pokal gekickt. Seit 8 Jahren trägt sie das Trikot des 1. FC Mönchengladbach – doch damit soll jetzt Schluss sein.

Verein widerspricht Darstellung

Ein Vereinsvertreter hat gegenüber dem WDR dieser Darstellung widersprochen. Es gebe nächste Saison mehr Spieltage - insgesamt 50 - unbabhängig von der Ligazugehörigkeit. Wegen der Coronakrise werde die Liga mit Mannschaften aufgestockt, da es keine Absteiger gibt. Deshalb habe der Verein sich entscheiden müssen, welchen Bereich man vom Spielbetrieb abmelde.

"Wir werden auf Dauer nicht gleichzeitig im Männer- und Frauenbereich konkurrenzfähig bleiben können. Darum mussten wir eine Entscheidung treffen", so der 1. FC Mönchengladbach in einem Statement. Dabei sei die Wahl auf den Damenbereich gefallen.

Streit um Frauenfußball in Mönchengladbach

00:43 Min. Verfügbar bis 24.06.2021


Verband "nicht erfreut"

Der Fußballverband Niederrhein als Dachorganisation kritisiert den 1. FC Mönchengladbach. Man sei "nicht erfreut" über die Entscheidung des Vereins, sagte ein Sprecher des Verbandes. Außerdem sei die Abmeldung der Damenteams ein sportlicher Verlust.

Der Präsident Peter Frymuth will sich für ein vermittelndes Gespräch mit dem Verein treffen. Die vom Vereinsvorsitzenden genannte Zahl von 50 Spielen in der nächsten Saison kann der Verband nicht bestätigen.

Stand: 24.06.2020, 19:28

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