Mönchengladbach: Erinnerungsort für Bökelbergstadion

Pläne für den Erinnerungsort für das Bökelbergstadion.

Mönchengladbach: Erinnerungsort für Bökelbergstadion

Von Lukas Thiele

  • Auf ehemaligem Stadiongelände
  • Anlass: 100-jähriges Jubiläum des Stadionbaus
  • Kosten: 200.000 Euro

Die Stadt Mönchengladbach und Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach errichten einen Erinerrungsort für das ehemalige Bökelbergstadion. Anlass sei der 100. Jahrestag des Stadionbaus, teilte die Stadt Mönchengladbach am Donnerstag (05.09.2019) dem WDR mit. Die Pläne dafür seien in Absprache zwischen Stadt, Mags und Borussia entstanden.

Entstehen wird das Bökelberg-Denkmal auf dem ehemaligen Stadiongelände im Bereich Bökeltraße/In der Kull. Die Arbeiten sollen noch im September, spätestens Anfang Oktober, beginnen und noch im Winter fertiggestellt werden. Die Kosten von rund 200.000 Euro teilen sich die Stadt, Borussia und weitere Investoren.

Flutlichtmast und Anzeigetafel

Eine niedrige Stufenanlage, durch einen breiten Pflanzstreifen von den Nachbargrundstücken getrennt, soll an die Stehplätze im Stadion erinnern. Im Pflanzstreifen wird ein verkleinerter Flutlichtmast stehen. Auf der rechten Seite der Stufenanlange wird laut Stadt eine verkleinerte Version der berühmten Anzeigetafel stehen, inklusive Silhouette jubelnder Fans.

Gladbachs Günter Netzer (r) überwindet am 20.12.1972 den machtlosen Freiburger Torhüter Urban Klausmann

Gladbachs Günter Netzer (r) überwindet am 20.12.1972 den machtlosen Freiburger Torhüter Urban Klausmann

Das Bökelbergstadion, eingeweiht am 20. September 1919, war Schauplatz vieler legendärder Fußball-Momente. Darunter die goldenen Siebziger Jahre, in denen Borussia mit Spielern wie Günter Netzer oder Jupp Heynckes fünfmal die Deutsche Meisterschaft und zweimal den UEFA-Pokal gewann. Oder das DFB-Pokal-Halbfinale 1992, als Borussias Torwart-Legende Uwe Kamps im Elfmeterschießen gegen Bayer 04 Leverkusen vier Strafstöße hielt.

"Büchsenwurf vom Bökelberg"

Oder der 20. Oktober 1971, als der "Büchsenwurf vom Bökelberg" in die Fußball-Geschichte einging. Borussia schoss an diesem Mittwochabend den italienischen Meister und haushohen Favoriten Inter Mailand mit 7:1 aus dem Stadion. Doch das Spiel wurde später annulliert, weil Inters Robert Boninsegna in der 21. Minute beim Stand von 2:1 von einer Cola-Dose am Kopf getroffen wurde. Das 0:0 im Nachholspiel bedeutete dann das Aus für die Borussia im Europacup.

Auf dem Bökelberg bricht ein Torpfosten (03.04.1971); dpa

Vorzeitig abgebrochen werden musste das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia und Werder Bremen am 3. April 1971. Der Grund: Einer der Torpfosten brach zusammen. Der "Pfostenbruch vom Bökelberg" ist der Grund, warum Bundesligavereine fortan Aluminium- statt Holztore einsetzten.

Erinnerungsort schon länger geplant

Seit 2004 spielen die Mönchengladbacher nun im Borussia-Park. Das Bökelbergstadion wurde 2006 abgerissen. Bereits bei der Vermarktung des ehemaligen Stadiongeländes wurde laut Stadt ein Grundstück ausgenommen und als öffentliche Grünfläche ausgewiesen, um dort später einen Erinnerungsort realisieren zu können.

Stand: 05.09.2019, 16:03