Anwohner haben Blumen und Kerzen am Fundort des toten Babys im Mönchengladbacher Volksgarten hinterlegt.

Totes Baby: Beisetzung geplant

Stand: 04.04.2022, 15:46 Uhr

Seit Donnerstag setzt die Polizei in Mönchengladbach nach dem Fund eines getöteten neugeborenen Babys verstärkt auf Plakate und Flyer. Diese sollen helfen, mehr Hinweise zu erhalten.

Am späten Mittwochabend haben die Ermittler eine Plakataktion rund um den Fundort der Babyleiche im Volksgarten gestartet. Auf den Plakaten wenden sie sich gezielt an das Umfeld der bislang unbekannten Mutter und bitten um Hinweise. So wird gefragt, ob Zeugen eine Frau kennen, die "letztes Jahr ihren Kleidungsstil geändert" oder "sich sozial zurückgezogen" hat.

Unten auf dem Plakat ist zudem ein QR-Code zu finden, der zu Übersetzungen auf verschiedenen Sprachen führt, so zum Beispiel auf Polnisch oder Türkisch. Dadurch wolle man möglichst viele Menschen erreichen, so die Polizei. Eine Auswertung möglicher Videokameras in der Umgebung des Fundorts werde ebenfalls geprüft, hieß es weiter.

Auch Flyer werden derzeit verteilt

Eine Kunststofftüte mit den Gesichtern dreier Frauen

Die Vorderseite der Kunststofftüte

Außerdem werden seit Donnerstagmorgen auch Flyer verteilt. Darauf ist auch die auffällige Plastiktasche zu sehen, in der das kleine Mädchen verstaut war, bevor es in einen Mülleimer gesteckt wurde.

Die Babyleiche war am Montag von einer Passantin entdeckt worden. Die Identität des Mädchens ist nach wie vor nicht bekannt. Auch die Suche nach der Mutter war bisher erfolglos. Die Obduktion hatte am Dienstag ergeben, dass das Neugeborene lebend zur Welt gekommen und später an Gewalteinwirkungen gestorben ist.

Mönchengladbacher Polizei sucht mit Plakaten und Flyern nach Hinweisen zur Babyleiche

00:41 Min. Verfügbar bis 31.03.2023


Möglichst viele Menschen erreichen ist das Ziel

Bisher hat die Polizei Mönchengladbach mehr als 100 Hinweise erhalten, so die Polizei am Montag. "Über deren Inhalt sagen wir aber nichts", erklärte eine Polizeisprecherin. Auf die Plakataktion, mit der die Polizei nach der unbekannten Mutter sucht, habe es mehrere Anrufe gegeben. Von den Plakaten und Flyern erhofft sich die Mordkommission weitere Meldungen von Zeugen. Außerdem werde eine Auswertung möglicher Videokameras in der Umgebung des Fundorts geprüft.

Die Plastiktasche kann von einem Mann oder einer Frau in den Mülleimer gelegt worden sei, so ein Polizeisprecher. Sie sei in der Vergangenheit vermutlich zum Einkaufen in einer Supermarkt-Filiale an der Straße Reyerhütte benutzt worden - nur wenige Meter vom Leichenfundort entfernt.

Rabea bedeutet "Mädchen"

Die Sonderkommission der Polizei hat dem Mädchen einen Namen gegeben. Es wird "Rabea" genannt, teilte die Polizei mit. Rabea werde nun am Donnerstag auf dem städtischen Hauptfriedhof in Mönchengladbach bestattet. Das Begräbnis werden zwei Polizeipfarrer durchführen – ein katholischer und ein evangelischer.