Schnellere Hilfe für alte Menschen durch Telemedizin

Telemedizin

Schnellere Hilfe für alte Menschen durch Telemedizin

Per Telemedizin sollen alte Menschen mit akuten Beschwerden schneller Hilfe bekommen. Bei dem Modellprojekt machen 25 Pflegeeinrichtungen im Raum Aachen, Düren und Heinsberg mit.

Die Pflegekräfte der Einrichtungen mit rund 3.500 Bewohnern werden seit heute in der Uniklinik Aachen an den neuen Geräten geschult. Herzstück ist ein rollbarer Televisitenwagen, über den die Pflegekraft in akuten Fällen den Hausarzt, den kassenärztlichen Notdienst oder die Notaufnahme der Uniklinik Aachen kontaktieren kann.

Krankenhauseinweisungen vermeiden

In kürzester Zeit soll so der jeweilige Fall und seine Dringlichkeit medizinisch abgeklärt werden. Dadurch will man vermeiden, dass ältere Menschen – wie das jetzt häufig passiert – aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und unnötigerweise in die Notaufnahme eingeliefert werden.

Der Leiter der Notaufnahme an der Uniklinik Aachen, Jörg Brokmann sagt, die telemedizinische Ersteinschätzung sei nichts für lebensbedrohliche Zwischenfälle, sondern für Akutfälle wie beispielsweise plötzliches Unwohlsein, Bluthochdruckkrisen oder eine schwere Erkältung. „Da wollen wir einfach erreichen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeeinrichtungen nicht so häufig ins Krankenhaus kommen, weil sich dadurch natürlich auch negative Effekte einstellen können.“ Dazu zählen Verwirrtheitszustände und ein erhöhtes Infektionsrisiko.

15 Millionen Euro Fördergelder

Das Modellprojekt wird mit 15 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens gefördert. Beteiligt ist ein ganzes Netz von Kooperationspartnern, darunter Rettungsdienste, Pflegepersonal und Ärzte.

„Optimal@NRW“, so der Name des Projekts, läuft bis 2024.

Stand: 04.10.2021, 16:27