Hilfe für Junkies: Drogenbusse stehen auf dem Kölner Cäcilienhof

Zwei helle Busse mit dem Logo der Stadt Köln stehen vor einer alten Kirche

Hilfe für Junkies: Drogenbusse stehen auf dem Kölner Cäcilienhof

  • Abhängige können in einem Bus Drogen konsumieren
  • Im anderen Bus findet Beratungen statt
  • Busse sind eine Übergangslösung

Die Stadt Köln hat am Montag (02.12.2019) ein neues Hilfsangebot für Drogenabhängige vorgestellt. In zwei sogenannten Drogenbussen können sie sich beraten lassen und ihre Drogen unter Aufsicht konsumieren.

Sauberes Drogenbesteck für Junkies

Die zwei weißen Kleintransporter mit dem Logo der Stadt Köln stehen in einem Innenhof in Neumarktnähe. Hier, zwischen der Kirche St. Peter und dem Cäcilienkloster, sollen von Ende dieser Woche an Junkies ihre Drogen konsumieren. In einem der beiden Kleintransporter, den sogenannten "Drogenbussen", gibt es etwa saubere Spritzen, Löffel und Feuerzeuge. Und: Die Abhängigen konsumieren ihre Drogen unter medizinischer Aufsicht.

Streetworker beraten die Abhängigen

Eine Frau mit kurzen Haaren steht in einem der Drogenbusse. Im Hintergrund sind Tische mit Schalen und Spritzen zu sehen.

Streetworkerin Sonja Buschhüter wird den Drogenbus am Cäcilienhof betreuen

In dem anderen Drogenbus berät ein Streetworker die Drogenabhängigen. Es gibt Informationen zu Entzugsangeboten und auch Hilfe bei medizinischen Fragen. Zwei Toiletten stehen ebenfalls zur Verfügung. Die beiden Busse sind montags bis freitags geöffnet.

Drogen sollen nicht mehr auf der Straße konsumiert werden

Die Stadt will mit dem Angebot verhindern, dass Abhängige in der Nähe des Neumarktes weiterhin ihren Drogen in Hauseingängen, U-Bahn-Haltestellen oder auf Gehwegen konsumieren. Auch soll es so die Anwohner und Geschäftsleute des Neumarkts entlasten. Mit den mobilen Drogenbussen setzt die Kölner Stadtverwaltung einen Beschluss des Stadtrates vom 28. September 2017 um.

Busse sollen nur Übergangslösung sein

In einer Pappschale liegen verschiedene Utensilien für den Drogenkonsum. Etwa eine Spritze, ein Löffel und ein Feuerzeug.

In einem der beiden Drogenbusse liegen die Utensilien zum Drogenkonsum bereit

Die Drogenkonsumbusse waren in der Vergangenheit sehr umstritten. Ursprünglich hatte die Stadt ein Ladenlokal hinter dem Neumarkt für die Betreuung der Drogenabhängigen vorgesehen. Doch die Nachbarschaft und Geschäftsleute haben vehement gegen die Drogenabhängigen in ihrer Nähe protestiert. Und eine andere geeignete Immobilie hat die Verwaltung bislang nicht gefunden. Deshalb setzt sie jetzt die Busse ein. Sie sollen aber nur eine Übergangslösung sein, bis die Stadt geeignete Räume gefunden hat.

Stand: 02.12.2019, 14:43