Die Pilzvergiftungsgegenmittelhersteller

Weißer Knollenblätterpilz

Die Pilzvergiftungsgegenmittelhersteller

  • steigende Zahl an Vergiftungen durch Pilze
  • Gegengift für Knollenblätterpilz kommt aus Troisdorf
  • Medikament wird nach ganz Europa geliefert

Er sieht aus wie ein Champignon. Das macht ihn so gefährlich. Die weiße Version des grünen Knollenblätterpilzes ist einer der giftigsten Pilze in Europa. Wer eine Hand voll davon isst, wird im Schnitt 36 Stunden nach den ersten Symptomen daran sterben. Das Gift zerstört die Leber.

Da immer mehr Menschen in den Wäldern nach Pilzen suchen, kommt es in der letzten Zeit vermehrt zu Vergiftungen. Helfen kann weltweit nur ein Gegengift und das kommt aus Troisdorf.

Pilzvergiftungen Planet Wissen 09.09.2019 05:00 Min. Verfügbar bis 09.09.2024 SWR

Gegengift wurde vor 40 Jahren gefunden

Das Gegengift ist eins von insgesamt 600 Medikamenten das unter der Marke Madaus in Troisdorf produziert wird. Vor rund 40 Jahren haben sie herausgefunden, dass das Mittel die Leber vor dem Pilzgift schützen kann.

Medikament wird aufwendig geprüft

Es ist ein pflanzliches Medikament - gewonnen aus der Mariendiestel. Kleine Verunreinigungen des Rohstoffs können vorkommen, dürfen aber nicht ins Medikament. Bevor das Gegengift in Kliniken oder Giftzentralen landet, wird es deshalb aufwendig geprüft.

Nachfrage steigt

Da dieser Prozess viel Zeit kostet, gibt es im Lager einen großen Notvorrat. Denn noch nie zuvor wurde so viel Gegengift bestellt wie in diesem Jahr. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Nachfrage sogar verdoppelt.

Länder in ganz Europa werden von Troisdorf aus beliefert. Die meisten Pakete gehen in die Türkei.

Stand: 16.10.2019, 12:15

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