Vorstand des 1. FC Köln geht gestärkt aus der Mitgliederversammlung

Eckfahne mit Logo des 1. FC Köln

Vorstand des 1. FC Köln geht gestärkt aus der Mitgliederversammlung

Von Jochen Hilgers

Der Vorstand des 1. FC Köln geht gestärkt aus der Mitgliederversammlung hervor. Er wurde mit einer Mehrheit von 66 Prozent der Stimmen entlastet.

Dazu wurde Carsten Wettich als Vizepräsident von den Mitgliedern mit rund 70 Prozent Ja-Stimmen im Amt bestätigt. Präsident Werner Wolf hatte sich persönlich für Wettich stark gemacht.

Versammlung zog sich

Die Mitgliederversammlung, die erstmals in der Vereinsgeschichte virtuell ablief, dauerte bis tief in die Nacht. Die Abstimmung pro Wettich erfolgte erst um 1.24 Uhr, fast siebeneinhalb Stunden nach Beginn. Da waren immer noch mehr als 3.000 Mitglieder online. Technisch verlief der lange Abend ohne Probleme.

Atmosphärisch war dagegen einiges an Spannung zu bemerken. Viele Fragen und virtuelle Redebeiträge setzten sich mit der finanziellen und sportlichen Misere des Vereins auseinander.

Podolski widerspricht Vorstand

Werner Wolf entschuldigte sich bei den FC-Mitgliedern.

Werner Wolf entschuldigte sich bei den FC-Mitgliedern

Peinlich wurde es für Präsident Werner Wolf, als er über den ständigen Kontakt des Vereins mit Ikone Lukas Podolski berichtete. Podolski, von Journalisten darauf hingewiesen, widersprach umgehend per Twitter. Es gebe zwischen dem Vorstand und ihm keinen Kontakt, meldete der Ex-FC-Stürmer in dem Kurznachrichtendienst. Peinlich berührt musste Wolf dann einräumen, dass sich von Vereinsseite nur Geschäftsführer Alexander Wehrle regelmäßig mit Podolski austausche.

Wettichs Bewerbungsrede holprig und  nervös

Beobachter wunderten sich im Verlaufe der Mitgliederversammlung wiederholt über unsouveräne Redebeiträge der FC-Verantwortlichen. Auch die Bewerbungsrede von Carsten Wettich, eigentlich Wirtschaftsanwalt, genügte selbst einfachsten Ansprüchen nicht. Abgelesen, holprig und nervös kam sie bei den Mitgliedern an. Es gipfelte in dem Versprecher: "Sportlich haben wir noch gerade so den Abstieg geschafft."  

Wolf hatte zuvor einen Siebenjahresplan vorgestellt, der den FC langfristig unter die besten zehn Teams der Bundesliga bringen soll. Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, dass der Vorstand in den vergangenen Monaten schlecht mit den Mitgliedern kommuniziert habe. Diesen Vorwurf kann man den Präsidium allerdings nach der Mammutsitzung nicht mehr machen.

Stand: 18.06.2021, 06:14

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