Demonstration gegen Conti-Schließung in Aachen

Menschen stehen vor einem Werk und protestieren

Demonstration gegen Conti-Schließung in Aachen

Von Maximilian Jungbluth

In Aachen haben hunderte Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze bei Conti demonstriert. Der Reifenkonzern hatte am Dienstag die Schließung des Werks angekündigt.

1800 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die Stimmung ist aufgeladen, die Menschen sind verzweifelt und fassungslos.

Demonstration gegen Conti-Schließung in Aachen

00:22 Min. Verfügbar bis 16.09.2021

Auch NRW-Arbeitsminister Laumann sprach vor der Belegschaft: "Das Geld, das in Aachen erwirtschaftet wurde, gehört auch nach Aachen". Es gehe um sozialen Zusammenhalt und nicht um kapitalistische Rambomethoden, sagte der Minister.

NRW-Arbeitsminister Laumann bei den Protesten der Arbeiter des Continentalwerks in Aachen

Arbeitsminister Laumann bei den Protesten

Gegenüber dem "Handelsblatt" kritisierte Ministerpräsident Armin Laschet die Schließungspläne Continentals. Diese seien für die Landerregierung inakzeptabel , sagte Laschet, das Vorgehen habe mit einer in Nordrhein-Westfalen und Deutschland gewachsener Unternehmungskultur nichts zu tun. Die Landesregierung werde sich dafür ensetzen, dass Aachener Werk zu halten. Es liege jetzt am Aufsichtsrat, den Ruf des Unternehmens zu retten. Der hat der Schließung noch nicht zugestimmt.

Kritik von der Gewerkschaft IG BCE

Aus der Gewerkschaft IG BCE kam heftige Kritik an den Plänen des Reifenkonzerns: "Der Kahlschlag ist weder mit der Transformation der Autoindustrie zu begründen noch mit der Corona-Krise", sagte das Vorstandsmitglied der Gewerkschaft, Francesco Grioli. "Das ist schlicht Streichen um des Streichens Willen."

Menschen stehen vor einem Werk und protestieren

IG BCE-Sprecher Jörg Erkens schlägt in die gleiche Kerbe: "Über die Beweggründe des Unternehmens kann man aktuell nur spekulieren, da das Werk ja tatsächlich in der Krise jetzt auch noch schwarze Zahlen geschrieben hat." Dem Unternehmen gehe es wahrscheinlich vor allem um Gewinnmaximierung. Teile, die derzeit noch aus Aachen kommen, könnten künftig wohl kostengünstiger in Osteuropa gefertigt werden.

Vorbereitung auf Arbeitskampf

Am Mittwoch wurden die Mitarbeiter über den weiteren Ablauf im Aachener Werk informiert. Manfred Maresch, IG BCE Bezirksleiter Alsdorf, zeigt sich kämpferisch: “Hier geht's nicht um um irgendeine Krise, hier geht's um reineweg Profitmaximierung. Und da werden wir gucken müssen, dass wir auch mit Politik und allen Beteiligten in die Gespräche kommen. Ich kann noch nicht sagen, wo das endet." Man wolle jedoch alles versuchen, um die Entscheidung noch zu kippen.

Menschen stehen vor einem Werk und protestieren

Aachens Oberbürgermeister Philipp zeigt sich auch im Fall einer Schließung optimistisch: Es gebe erste Ideen, wie Mitarbeiter anderweitig beschäftigt werden könnten. Nächsten Mittwoch soll es einen Runden Tisch geben. An ihm werden nach Auskunft der Stadt auch Vertreter von Continental teilnehmen.

Die Gewerkschaften IG BCE und IG Metall haben für die kommenden Wochen weitere Aktionen zum erhalt der Arbeitsplätze angekündigt.

Demonstration gegen Conti-Schließung in Aachen

In Aachen demonstrieren hunderte Mitarbeiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze bei Continental.

Menschen stehen vor einem Werk und protestieren

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Mitarbeiter demonstrieren vor dem Werk in Aachen.

Schließung von Standorten

Continental will wegen der Absatzkrise und des Strukturwandels in der Autoindustrie noch mehr Standorte schließen als bisher bekannt. In Aachen soll bis Ende 2021 das Reifenwerk dichtgemacht werden, bestätigte das Dax-Unternehmen am Dienstag. Betroffen wären 1.800 Stellen. Endgültig beschlossen sei dies aber noch nicht. Entscheiden werde der Aufsichtsrat.

Stand: 17.09.2020, 09:14