Bonner Missbrauchsopfer: Dialog mit Jesuiten gescheitert

Aloisiuskolleg in Bonn

Bonner Missbrauchsopfer: Dialog mit Jesuiten gescheitert

  • Eckiger Tisch beendet Dialog mit Jesuiten
  • Weitere Gespräche machten keinen Sinn
  • Orden bedauert Scheitern

Acht Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals an Schulen haben Betroffenenvertreter in Bonn den Dialog mit dem Jesuitenorden für gescheitert erklärt. Der Verein Eckiger Tisch warf dem Orden am Freitagabend (26.01.2018) vor, keine wirkliche interne Aufarbeitung zu betreiben. Der Eckige Tisch vertritt Opfer von Missbrauch am Bonner Aloisiuskolleg.

Die Jesuiten seien offensichtlich nicht bereit, "nach acht Jahren Skandal und sieben zumeist externen Untersuchungen, die alle auch das Versagen der jeweiligen Leitungen der Institution aufzeigen, ihre Schlüsse und Konsequenzen für das System des Ordens mitzuteilen", erklärte der Vorsitzende des Eckigen Tischs Bonn, Heiko Schnitzler.

Verein vermisst konkrete personelle Konsequenzen

Es habe bis heute im Orden keine konkreten Konsequenzen in der Personalpolitik gegeben. Weitere Gespräche hätten "so keinen Sinn".

Die Deutsche Provinz der Jesuiten äußerte Bedauern, dass der Eckige Tisch die Gespräche als gescheitert ansehe. "Wir waren und bleiben immer für direkte Gespräche bereit", hieß es.

Stand: 27.01.2018, 15:09