Missbrauchsprozess zu Bergisch Gladbach: Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Ein Polizist vor einem durchsuchten Haus in Bergisch-Gladbach.

Missbrauchsprozess zu Bergisch Gladbach: Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Im Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Staatsanwaltschaft am Montag lange Haftstrafen für die Angeklagten gefordert. Die Urteile sollen am Freitag verkündet werden.

Im landesweit ersten Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat die Staatsanwältin heute vor dem Landgericht Mönchengladbach hohe Strafen für die beiden Angeklagten gefordert.

Für die zwei Männer aus Krefeld und Viersen beantragte sie Gefängnisstrafen von knapp 14 und vierzehneinhalb Jahren - wegen zum Teil gemeinschaftlichen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs. Die jeweils 39 Jahre alten Männer sollen teilweise gemeinschaftlich schweren sexuellen Kindesmissbrauch in über 100 Fällen begangen haben. Zudem sind sie wegen Herstellung, Verbreitung und Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt.

Angeklagten räumen Schuld ein

Die Staatsanwältin sagte, die Angeklagten hätten "die Kinder getauscht wie Sexspielzeug". Und weiter: "Sie haben bei den Kindern eine Atmosphäre der Angst und Einschüchterung geschaffen". Dazu hätten sie ein System mit Geld- und Sachgeschenken etabliert, das gezielt auf Belohnung und Gewöhnung ausgerichtet war.

Der Krefelder hat gestanden, seine heute elfjährige Tochter und später auch gemeinsam mit dem Mitangeklagten dessen jetzt zwölfjährige Nichte regelmäßig schwer sexuell missbraucht zu haben. Der mitangeklagte Viersener hat nur einen Teil der Taten zugegeben, unter anderem sich seit 2015 zum Teil massiv an seiner Nichte vergangen zu haben.

Urteil am Freitag erwartet

Somit hat der 39-jährige Viersener nur ein Drittel der angeklagten Taten eingeräumt und zum gemeinschaftlichen Missbrauch geschwiegen. Der Verteidiger des Krefelders hat eine Strafe von höchstens neuneinhalb Jahren beantragt. Die Urteile gegen die beiden Angeklagten aus Krefeld und Viersen sollen am Freitagnachmittag verkündet werden. Der Prozess hatte am 29. April begonnen.

Stand: 07.09.2020, 11:59

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