Millionenschäden durch das Hochwasser im Raum Aachen

Nordrhein-Westfalen, Stolberg: Menschen stehen an einer eingestürzten Straße.

Millionenschäden durch das Hochwasser im Raum Aachen

Von Helga Hermanns

Die zerstörerische Wucht des Hochwassers an Inde, Vicht und Rur wird drei Wochen nach der Katastrophe immer deutlicher. In den betroffenen Kommunen werden Schäden in Millionenhöhe aufgelistet. Viele Gebäude sind für immer verloren.

Die Stadt Eschweiler muss vermutlich ihr Hallenbad aufgeben. Alleine an der Technik ist ein Schaden von rund zehn Millionen Euro entstanden, sagte ein Stadtsprecher. Ob die Statik halte, sei noch nicht abschließend geklärt. Die Realschule, mit mehr als 1000 Schülerinnen und Schülern eine der größten in NRW, muss komplett ausgelagert werden. Unter anderem hat das Inde-Hochwasser den Estrich zerstört - das Gebäude kann bis auf Weiteres nicht genutzt werden. 

Viele Häuser müssen abgerissen werden

So wie weitere vier Schulen und sechs Kitas. Auch in Kornelimünster oder Inden sind Schulgebäude teilweise beschädigt. Das Rathaus in Stolberg muss wegen irreparabler Schäden vermutlich abgerissen werden. Betroffen sind nicht nur dutzende kommunale Gebäude oder Geschäftshäuser in den Innenstädten von Eschweiler und Stolberg. Auch unzählige Privathäuser an Inde, Rur und Vicht müssen kernsaniert oder sogar abgerissen werden. Wie das alles bezahlt werden soll, ist völlig unklar.

Soforthilfen ausgezahlt

Die Stadt Eschweiler hat nach eigener Aussage bis zum vergangenen Donnerstag rund 1,5 Millionen Euro Soforthilfen ausgezahlt und hofft wie alle anderen betroffenen Kommunen auf finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Der Sprecher der Stadt Eschweiler betonte, das städtische Spendenkonto sei bereits leer. Wie man an die Hilfsgelder der diversen Spenden-Aktionen komme, sei aber ungeklärt. Bisher habe die Stadt vergeblich nach Ansprechpartnern gesucht, die Auskunft geben könnten über die Verteilung der Gelder – etwa von der bundesweiten Aktion „Deutschland hilft“.

Stand: 03.08.2021, 09:20