Opern-Desaster: Köln will 30 Millionen einklagen

Stadt klagt 30 Millionen

Opern-Desaster: Köln will 30 Millionen einklagen

  • Streit um Oper/Schauspiel-Sanierung in Köln
  • Planungsbüro soll Schadenersatz zahlen
  • 8.000 Mängel müssen begutachtet werden

Die Stadt Köln will wegen der bestehenden Baumängel von den Planern der Klima- und Lüftungstechnik bei der Sanierung von Oper und Schauspiel in Köln mindestens 30 Millionen Euro einklagen.

Auch alle weiteren Kosten, die durch die jahrelange Verzögerung der Baustelle entstanden sind oder noch entstehen werden, will die Stadt geltend machen. Sie beziffert die Summe am Mittwoch (12.12.2018) gegenüber dem WDR auf bis zu 250 Millionen Euro.

Das Unternehmen sei durch die Fehler bei der Planung der technischen Anlagen und der Überwachung während des Einbaus verantwortlich für das Desaster auf der Baustelle. Insgesamt geht es um 8.000 Baumängel, die nun von einem Sachverständigen begutachtet werden sollen.

Wohl keine Auswirkung auf Baustelle

Stadt klagt 30 Millionen

Es passt nicht: einer von 8.000 Bau- und Planungsfehlern

Dieses Verfahren wird vorrausichtlich keine Auswirkungen auf die Baustelle selber haben. Denn die Bühnen hatten als Bauherr bereits sämtliche Baumängel mit einem Laserscanner dokumentiert.

Das soll bei einem Gerichtsverfahren als Beweis dienen. Zumal der Großteil der Mängel nach wie vor an der Bühnenbaustelle zu sehen sind. Nach der Kündigung des Planungsbüros wird in den meisten Bereichen von Oper und Schauspiel nicht mehr weitergebaut.

Derzeit untersuchen neue Planer, welche Einbauten bleiben können und was ersetzt oder ergänzt werden muss. Im Spätsommer soll dann eine neue Planung vorliegen. Oper und Schauspiel sollen nach jetzigem Stand frühestens Ende 2022 fertig sein und statt 253 Millionen bis zu 570 Millionen Euro kosten.

Planungsbüro hatte selbst geklagt

Mit der Schadenersatzforderung wehrt sich die Stadt gegen Klagen des Planungsbüros. Es hatte bereits auf die Unwirksamkeit der Kündigung geklagt und fordert ein ausstehendes Honorar von mehr als drei Millionen Euro ein.

Das Argument des Unternehmens: Die Mängel auf der Baustelle seien durch die städtische Baustellenleitung mitverantwortet worden. Es hätten immer wieder geforderte Informationen zu den technischen Einbauten gefehlt. Beide Verfahren sollen im Frühjahr 2019 entschieden werden.

Die Klage der Stadt muss bis Ende 2018 bei Gericht eingereicht werden, weil sonst eine Verjährung droht. Deswegen muss der Stadtrat in seiner Sitzung am 18. Dezember über den Gang zum Gericht entscheiden.

Opern-Desaster: Köln will 30 Millionen einklagen Ohne Sendereihe 12.12.2018 02:34 Min. Verfügbar bis 12.12.2019 WDR Köln

Stand: 12.12.2018, 09:08

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