Leihräder in einer Reihe aufgestellt

Im Sommer soll's losgehen: Rhein-Erft-Kreis plant Mietfahrradsystem

Stand: 04.01.2022, 18:00 Uhr

Der Rhein-Erft-Kreis will in diesem Jahr sein Angebot im Öffentlichen Nahverkehr ausbauen. An allen Haltestellen sollen Bus- und Bahnkunden auf Mietfahrräder umsteigen können.

Sie sollen auch im Rhein-Erft-Kreis eine Alternative zum Auto werden: Fahrräder, die an einem Ort gemietet und am anderen Ort wieder abgestellt werden können. Ein wichtiger Bestandteil der Verkehrswende, sagt Uwe Zarr. Der Verkehrsdezernent des Rhein-Erft-Kreises will ein breit aufgestelltes Fahrradmietsystem aufbauen. An den Bus-, Stadtbahn- und Regiobahnhaltepunkten sollen Fahrradstationen entstehen.

"Fahrradmietsysteme sollen das öffentliche Verkehrssystem vor allem auf der so genannten 'ersten und letzten Meile' abrunden und somit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität leisten", ergänzt Uwe Zarr. Der Kreistag in Bergheim hat deshalb die kreiseigene Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) damit beauftragt, einen Betreiber zu suchen. Die Ausschreibung soll Anfang dieses Jahres starten. Schon zum kommenden Sommer könnte dann das kreisweite Fahrradmietsystem an den Start gehen.

Mietfahrrad als Teil der Verkehrswende

Der Aufbau des kreisweiten Fahrradmietsystems soll dann an den ÖPNV-Haltestellen beginnen, wo bereits Nutzer von E-Autos ihre Fahrzeuge aufladen können. Von den sogenannten Mobilstationen gibt es im gesamten Rhein-Erft-Kreis bislang 88. Die Idee dahinter: An diesen Bus- und Bahn-Haltepunkten soll ein bequemer Wechsel zwischen den unterschiedlichen Verkehrsmitteln ermöglicht werden, so die Kreisverwaltung.

Damit Autofahrer ihre Fahrzeuge stehen lassen und auf das Mietfahrrad umsteigen, sollen auch günstige Tarife und ein bargeldloses Bezahlen eingeführt werden. Als Zugangsmedium für die Fahrräder wird nach Plänen des Kreises nur ein VRS-eTicket als Mobilitätskarte und die REVG-App auf dem Mobiltelefon benötigt. Nach dem Startschuss soll dann ein rascher Ausbau erfolgen. "Entscheidend für ein erfolgreiches Fahrradmietsystem ist ein dichtes Stationsnetz mit ausreichend Fahrrädern", sagt Kreisverkehrsdezernent Uwe Zarr. Idealerweise sollen mit dem System auch Fahrten beispielsweise nach Köln oder in benachbarte Kreise möglich sein.

Rhein-Erft-Kommunen sollen Bedarf melden

Landrat Frank Rock hofft daher, dass die zehn Kommunen im Kreisgebiet beim Mietradsystem gemeinsam in die Pedale treten werden. "Je mehr Städte sich dem System anschließen, umso größer ist der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger und umso stärker entfaltet sich eine Flächenwirkung. Zielgruppe sind letztlich alle Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen sowie insbesondere Berufspendlerinnen und -pendler", sagt Landrat Rock. Die Städte sollen nun dem Kreis melden, wie viele Mietfahrräder sie für ihr Gebiet für sinnvoll halten. Jede Kommune legt darüber hinaus selbst fest, wo Abstellflächen für die Fahrräder als feste oder virtuelle Stationen im Stadtgebiet machbar sind. Wenn alles optimal läuft, hoffe man auf einen Starttermin im Juli 2022, ergänzt Frank Rock.