Organisierte Kriminalität: Mehr Ermittlungen in NRW

Mafia - Symbolbild

Organisierte Kriminalität: Mehr Ermittlungen in NRW

  • LKA-Lagebericht zur Organisierten Kriminalität in NRW
  • Zahl der Ermittlungsverfahren steigt um 17,7 Prozent
  • 10,3 Prozent mehr Verdächtige

Die Zahl der Ermittlungsverfahren und der Verdächtigen in der Organisierten Kriminalität ist in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Landeskriminalamts in Düsseldorf hervor.

Nach 68 Verfahren im Jahr 2016 waren es ein Jahr später 80 Verfahren - ein Plus von 17,7 Prozent. Es ist demnach der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren.

Ein Drittel sind Deutsche

Die Zahl der Verdächtigen stieg um 10,3 Prozent auf 1.660. Deutsche sind laut Lagebericht mit einem Anteil von etwa einem Drittel vertreten. Die Hälfte der Verfahren befasse sich mit dem Drogenhandel und -schmuggel.

Italienische Mafiagruppen weiterhin in NRW aktiv

Hinter zwei Überfallserien auf Juweliere in Ostwestfalen stecke die sizilianische Cosa Nostra. Die Polizeibehörden Herford und Gütersloh überführten gemeinsam mit mehreren Behörden eine Gruppe italienischer Mafiosi, nachdem 2017 sieben Juweliere in der Region überfallen worden waren. Corinna Koptik von der Polizei Gütersloh: "Dass wir tatsächlich mafiöse Strukturen hier festgestellt haben, das ist schon etwas besonders, das unsere Ermittler auch überrascht hat."

13 mutmaßliche Täter seien im vergangenen Jahr in NRW festgenommen worden. Zwei italienisch-stämmigen Helfer wurden mittlerweile vom Landgericht Bielefeld zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Sie hatten für die Cosa Nostra Objekte ausgespäht, die Täter nach Deutschland geholt und ihnen Unterschlupf geboten.

Razzia gegen Clan-Kriminalität Aktuelle Stunde 20.10.2018 01:19 Min. UT Verfügbar bis 20.10.2019 WDR

Stand: 22.10.2018, 16:33