Bonn fördert mehr Grün auf grauen Plätzen

Stadt fördert "Grüne Inseln" 02:41 Min. Verfügbar bis 04.05.2022

Bonn fördert mehr Grün auf grauen Plätzen

Von Marius Reichert

Graue, versiegelte Plätze ohne Farben – davon hat Bonn zu viele. Die Stadtverwaltung will das ändern.

Mit dem Projekt „Grüne Insel“ sollen sich Privatleute und Initiativen um kleine Sitzecken und Hochbeete in ihrem Viertel kümmern. Start soll im Juni sein.

Sitzecken und Hochbeete

„Diese kleinen Rückzugsorte werten ein Viertel extrem auf“, findet Hildegard Kinzel. Sie und ihre Mitstreiter bringen Farbe auf den Frankenbadplatz in Bonn: Frische Blumen, in rot, gelb, orange. Sie waren eine der ersten, die sich vor zwei Jahren für eine "Grüne Insel" engagierten.

Seitdem kümmern sie sich um die kleine Sitzecke aus Holz und die Pflanzen im Hoch-Beet. „Das Projekt hat nicht nur einen ökologischer Effekt, sondern auch einen sozialen. Die Arbeit im Beet fördert das Miteinander“, sagt Hildegard Kinzel.

Erste "Grüne Inseln" vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren fiel der Startschuss für die "Grünen Inseln" in Bonn. Ideengeber und Pioniere waren damals Studierende der "AG Grüne Infrastruktur der Universität Bonn", die zusammen mit weiteren Unterstützern die erste Insel auf dem Münsterplatz aufstellten. Die ist mittlerweile nicht mehr da, dafür aber 20 andere grüne Rückzugsorte im Stadtgebiet.

Stadt plant Wettbewerb

Die Stadtverwaltung hat einen Vorschlag erarbeitet für weitere Orte dieser Art. Die politische Zustimmung im Juni gilt als so gut wie sicher. Denn mehr Klimaprojekte – das war eines der Kernziele der neuen Bonner Oberbürgermeisterin. Ab Juni können Interessierte, Privatleute und Initiativen, mögliche Standorte vorschlagen und darlegen, wie sie sich in Zukunft um die "Grünen Inseln" kümmern wollen.

„Wir wollen zeigen, wie sich nachhaltige Stadtentwicklung auswirken kann“, erklärt Marion Wilde von der städtischen Leitstelle Klimaschutz. 20.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Damit könnten zehn neue Rückzugsorte in der City entstehen.

Hildegard Kinzel und ihre Mitstreiter vom Frankenbad hoffen, dass sich dann noch mehr Menschen anschließen und grüne Orte an grauen Plätzen schaffen. Als nächstes wollen sie am Frankenbad eine Wasserzapfstelle beantragen. „Die Gießkannen von zuhause aus zu tragen, das ist auf Dauer anstrengend.“

Stand: 04.05.2021, 20:31

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