Zigaretten in einem Kioskregal.

Elf Millionen Euro Schaden: Zigarettenschmuggler in Düsseldorf verurteilt

Stand: 08.03.2022, 15:12 Uhr

Fünf Männer sollen durch das Schmuggeln von Zigaretten einen Steuerschaden von rund elf Millionen Euro verursacht haben – teilweise hätten sie wöchentlich Tausende Stangen Zigaretten über die Grenzen gebracht.

Das Landgericht Düsseldorf hat am Dienstag die fünf Angeklagten im Prozess um einen Zigarettenschmuggel in Millionenhöhe verurteilt. Die Männer aus Meerbusch, Mönchengladbach und Polen sollen bis zu 114 Millionen Zigaretten aus Polen nach Deutschland geschmuggelt haben.

Jetzt hat das Landgericht die Angeklagten wegen gewerbs- und bandenmäßiger Steuerhinterziehung zu zweieinhalb beziehungsweise fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die fünf Angeklagten im Alter zwischen 40 und 54 Jahren hatten gestanden.

Bis zu 24.000 Stangen Zigaretten pro Fahrt

Die Ware sei für den Verkauf in Belgien und Großbritannien gedacht gewesen. Dort ist der Preis einer Stange Zigaretten deutlich höher als in Polen. Pro Transport – getarnt als Holzlieferungen – seien bis zu 24.000 Stangen Zigaretten über die polnische Grenze geschafft worden, hieß es vor Gericht.

Weil die Zigarettenstangen stets unversteuert waren, soll sich der Schaden für die deutschen Finanzbehörden laut Anklage auf mehr als elf Millionen Euro belaufen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es noch weitere Mittäter gibt. Dazu schwiegen die Angeklagten allerdings - nach Angaben ihrer Anwälte aus Angst vor Racheakten.

Anonymer Hinweis machte Ermittler auf Schmuggler aufmerksam

Die Ermittler waren durch einen anonymen Hinweis schon 2019 auf die Spur der fünf Verdächtigen gekommen. Im November 2020 hatte die Polizei bei einem Zugriff in Bielefeld in einem polnischen Lastwagen dann 3,5 Millionen Zigaretten gefunden. In diesem Zusammenhang hatte es auch Durchsuchungen von Lagerhallen in Meerbusch und Umgebung gegeben. Dabei seien laut Polizei unter anderem etwa 120.000 Euro Bargeld und fünf Schießkugelschreiber mit Munition gefunden worden.

Die WDR Lokalzeit aus Düsseldorf berichtet am 08.03.2022 ab 19.30 Uhr über dieses Thema.