Arabische Medizintouristen kehren Bonn den Rücken

Ein Patient wird im Rollstuhl über eine Straße in Bad Godesberg geschoben.

Arabische Medizintouristen kehren Bonn den Rücken

Von Sebastian Tittelbach

  • Patienten aus Golfstaaten bleiben Bonn fern
  • Mediziner, Dienstleister und Einzelhändler betroffen
  • Kliniken suchen neue Patienten in Osteuropa

Der Medizintourismus mit arabischen Patienten ist in Bad Godesberg nahezu völlig zum Erliegen gekommen. Mediziner und Einzelhändler berichten übereinstimmend, dass die zahlungskräftige Klientel ausbleibt.

Jens Juszczak, Leiter des Forschungsbereichs Medizintourismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, beobachtet einen bundesweiten Trend. Während die Zahl der Medizintouristen in Deutschland auf gleichem Niveau verharrt, seien die Anteile von Kuwait, Saudi-Arabien und Oman stark eingebrochen, sagt er im WDR am Montag (18.02.2019).

Medizintouristen kehren Bonn den Rücken

WDR aktuell 18.02.2019 02:51 Min. WDR 2

Golfstaaten fühlen sich "über den Tisch gezogen"

Diese Entwicklung trifft Bonn Bad Godesberg besonders, da man sich dort vor allem auf Patienten aus den Golfstaaten eingestellt hatte. Nicht nur Mediziner, sondern auch Dienstleister und Einzelhändler haben an den Patienten und ihren Angehörigen gut verdient. Die Kosten für Versorgung und Betreuung der Patienten aus dem Ausland wurden in der Regel von deren Heimatländern direkt übernommen.

Kliniken beklagen schlechte Zahlungsmoral

Der Abschwung hat vor allem finanzielle Gründe: Einigen Staaten ist die medizinische Behandlung in Deutschland zu teuer geworden. Laut Juszczak kontrollieren sie die Rechnungen deutscher Ärzte und Kliniken genauer und haben an einigen Stellen den Eindruck gewonnen, dass sie "über den Tisch gezogen wurden".

Als Konsequenz schicken sie weniger Patienten. Andererseits klagen mehrere Bonner Kliniken über schlechte Zahlungsmoral der Heimatländer ihrer ausländischen Patienten. Sie werben nun in anderen Ländern um Patienten, etwa in Russland.

Medizintourismus in Bad Godesberg umstritten

Der Medizintourismus geriet in Bad Godesberg zunehmend in die Diskussion. Auf der einen Seite sicherte er über Jahre hohe Einnahmen, gleichzeitig fremdelten Einwohner mehr und mehr mit den Sitten und Gebräuchen der arabischen Patienten und ihrer Angehörigen. Zudem verschärfte sich der lokale Wohnungsmarkt, weil bestehende Mietwohnungen zum Teil illegal in Touristen-Appartements umgewandelt wurden.

Stand: 18.02.2019, 11:43

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 Monika Fleiß 19.02.2019, 14:33 Uhr

    Ich begrüße es , dass der Medizintourismus endlich ein Ende hat. Warum mögen Sie sich fragen, wenn ich in den Park gehen möchte, überall vermummte Frauen auf der einen Seite auf der anderen Seite die Männer, es war kein Platz mehr für uns Bewohner in den Parks. Gegrillt wurde von morgens bis abends, die Verwüstung in den Parks ist nicht mehr mit anzuschauen. Ich würde es begrüßen wenn jetzt endlich wieder mehr Wohnungen zur Verfügung stehen würde mit normalen Preisen und sich die Ärzte wieder auf ihre heimischen Patienten einstellen könnten und keiner mehr Monate auf einen Termin warten muss. Für die Geschäftsleute ok, die Geschäfte wo ich für eine Hose oder Hemd ab 500 Euro zahle, braucht kein Mensch, wir sollten endlich wieder zur Normalität übergehen in den Städten.

  • 17 Georg 19.02.2019, 11:30 Uhr

    Bin erschrocken über solche Kommentare! Ich bin Bonner uns kenne in Bad Godesberg die Situation die sicherlich nicht befriedigend ist. Aber wurde hier nicht im Vorfeld Fehler gemacht? Ärzte, Kliniken sind für Gesundheitstouristen vorhanden aber es fehlt an entsprechende Boarding-Houses, Appartment Hotels wo die Gäste betreut werden, ihr Regeln und Religion nachkommen können und nicht in "normale Wohngebiete untergebracht werden wo deutsche Miethaien überzogene Mieten verlangen und das Miteinander gestört wird durch eine für uns fremde Lebensweise. Eine Verlegung auf russische Gäste wird auch wieder eine neue Kultur in Bad Godesberg mit sich bringen. Aber so lange der Rubel rollt in Bonn?

  • 16 User112 19.02.2019, 04:19 Uhr

    BaGo hat sich schon verändert dadurch. Wahrscheinlich ist der ausbleibende Medizintourismus eher ein Gewinn für den Stadtteil. Das Haus, in dem ich mal eine Wohnung angemietet habe, ist in heutiger Zeit so nicht mehr bewohnbar. Nur noch Aufkleber mit irgendwelchen Namen, am Schlimmsten sind die angestellten Aufpasser der weiblichen Patienten, die teilweise sehr unhöflich sind.

  • 15 Winterstraße 18.02.2019, 21:54 Uhr

    Ich meine das in Bezug auf die angeblich ungenügende Toleranz in Godesberg.

  • 14 Winterstraße 18.02.2019, 21:45 Uhr

    Wer das schreibt, muß Juppi Schäfer gahaßt haben.

  • 13 Dave 18.02.2019, 19:52 Uhr

    Welcome to Kapitalismus. Ich hatte ja schon die Vermutung, dass 2015 die Menschen nur deswegen unerwünscht waren, weil sie kein Geld hatten. Mit Geld herkommen oder Drecksarbeit erledigen, ja gerne; der Rest muss gehen. Das ist unsere Kultur die DeMaiziere versuchte zu erklären, unsere Wertegemeinschaft.

  • 12 BadGo im Herzen 18.02.2019, 19:47 Uhr

    Also was manch einer hier für einen Senf ablässt, finde ich sehr kurzsichtig. Durch den Medizintourismus nimmt Bonn seit Jahren soviel Geld ein, aber von vielen wird sich immer nur beschwert. Das Zusammenleben aller möglichen Kulturen funktioniert seitdem ich denken kann reibungslos und ist eine Bereicherung für die Stadt. Ein bißchen mehr Toleranz fände ich an manchen Ecken angebracht.

  • 11 Oman und sein Weihrauch 18.02.2019, 18:51 Uhr

    Blöd, dass die Reisenden aus dem Oman jetzt wegbleiben, brachten sie doch säckeweise auch den Weihrauch mit zu uns. Demnach schade für ortsansässige Kirchen, die weihrauchgeschwängerte Hochämter jetzt immer weniger feiern können ...

    Antworten (1)
    • St. Marien 18.02.2019, 20:49 Uhr

      Aha, deshalb sind auch immer mehr aus der Kirche ausgetreten.

  • 10 Horst Lippstadt 18.02.2019, 18:41 Uhr

    Was hier wieder einige schreiben....Und die erzielten Steuereinnahmen werden natürlich in Zukunft einfach so ,aus dem nichts, kommen. Mal abgesehen von der Werbung für Hochtechnologie und Fachkompetenz. Aber träumt mal weiter, das nun alles super wird!

    Antworten (1)
    • nrw-bürger 18.02.2019, 18:51 Uhr

      Nicht gleich die Nerven verlieren. Viele haben dem Bericht zufolge ihre Rechnungen nicht gezahlt - und Steuern zahlen die hier auch nicht. Da ist ein normaler Arbeitnehmer als Dauermieter für Godesberg ein mehrfacher Gewinn - arbeitet hier, zahlt Steuern und Sozialversicherung und passt zu unserer Gesellschaft und Verfassung. "Super" muss es nicht werden, besser reicht völlig. Allein der Wertverlust der Godesberger Immobilien war drastisch. Wer will denn in solchen Nachbarschaften wohnen? Die Wohnungen werden gute Mieter finden - der Bedarf ist da.

  • 9 kontrollverlust 18.02.2019, 18:34 Uhr

    Hoffentlich verschwinden auch bald die arabischen Beschriftungen, die sich an jedem zweiten Laden befinden. Wir hatten sogar schon ein Geschäft, das Burkas verkauft hat.

  • 8 Frank Teuchert 18.02.2019, 18:32 Uhr

    Wenn es denn genau so gut liefe wie mit dem Kriminellen Klientel sowie auch mit Schein Selbstständigen die hier irgendwie Geschäfte eröffnen und dadurch Geldwäsche betreiben