Wuppertaler organisiert medizinische Hilfe für die Ukraine

Lokalzeit Bergisches Land 11.10.2022 18:43 Min. Verfügbar bis 12.10.2023 WDR Von Inke Köster

Medizinische Hilfe für die Ukraine: Wuppertaler Verein will unterstützen

Stand: 12.10.2022, 10:27 Uhr

Vor zwei Jahren gründete der Wuppertaler Paul Näther den Verein "Medizinischer Hilfsdienst Nordrhein". Sein Motto: Jeder Mensch sollte das Recht auf medizinische Versorgung haben.

Von Inke Köster

Jetzt steht der angehende Rettungsassistent mit seinem Verein vor dem ersten großen medizinischen Auslandseinsatz. Ziel ist die Ukraine. Dort wollen Paul Näther und sein Team Schwerstverletzten helfen. Als ärztliche Leiterin für den einwöchigen Hilfseinsatz konnte er Sarah Jamaly gewinnen. Sie arbeitet normalerweise als plastische Chirurgin in einem Wuppertaler Krankenhaus. Insgesamt werden sie zu viert fahren.

Einsatz südlich von Kiew

Wohin genau sie fahren, wollen sie nicht verraten – aus Sicherheitsgründen. Es wird ein Krankenhaus irgendwo 100 bis 150 Kilometer südlich von Kiew sein. Den Kontakt hat der 21-Jährige über die "Gesellschaft Bochum-Donezk" bekommen, die bereits in der Ukraine aktiv ist und dort Unterkünfte für Geflüchtete innerhalb des Landes organisiert. Verletzte Zivilisten, aber auch verwundete Soldaten, die direkt an der Front kämpfen, werden in das Krankenhaus gebracht.

Bereits Hilfseinsatz im Ahrtal

Paul Näther hat bereits im Ahrtal nach der Flutkatastrophe bei der medizinischen Versorgung geholfen. Auch in der Ukraine war er schon und hat medizinisches Material und Medikamente dorthin gebracht. Jetzt kommt der Operationseinsatz.

Für Sarah Jamaly ist es der erste Auslandseinsatz dieser Art. Sie ist überzeugt, dass ihre Expertise als plastische Chirurgin dort gut gebraucht werden kann. In ihrem Klinikalltag macht sie vor allem rekonstruktive Eingriffe, beispielsweise nach Tumor-Erkrankungen oder nach Unfällen. Aber auch die Handchirurgie, Verbrennungen und chronische Wunden gehören zu ihrem Alltag.

Gerüstet für den Fall der Fälle

Paul Näther und Sarah Jamaly

Paul Näther und Sarah Jamaly

Auch wenn es vor Ort ruhig sein soll, hat Paul Näther vorgesorgt und schusssichere Westen besorgt. "Das ist für den Ernstfall, dass die lebensnotwendigen Organe im Falle eines Luftangriffs bei der Explosion geschützt werden würden und die Überlebenschancen dadurch natürlich gesteigert werden würden."

Finanziert über Spenden

Das Team arbeitet ehrenamtlich. Das OP-Material hat Paul Näther mit Privat- und Firmenspenden bezahlt. Der Verein freut sich über weitere finanzielle Unterstützung, sowie über Hilfe von Ärzt:innen, Pflegekräften, medizinischen Fachkräften und Menschen aus dem Rettungsdienst.

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