Ausgerechnet Mediziner: Illegale Techno-Party in Kölner Waldhütte

Das Ordnungsamt hat die Hütte im Wald umstellt, in der Mediziner und Lehrer eine Party gefeiert haben sollen

Ausgerechnet Mediziner: Illegale Techno-Party in Kölner Waldhütte

Von Oliver Köhler

Nach der illegalen Party in einer abgelegenen Hütte im Kölner Stadtteil Porz-Westhoven in der Nacht zu Sonntag hat die Stadt Köln Bußgeldverfahren für die mehr als 30 Teilnehmer eingeleitet.

Geprüft werden auch dienstrechtliche Konsequenzen, falls Teilnehmer Beamte sind oder bei der Stadt Köln beschäftigt sind. 

Die Partygäste sollen ohne Mundschutz bei Techno-Musik und Drogen in einem engen unbelüfteten Raum eine Examens-Party gefeiert haben. Beteiligt waren nach bisherigen Erkenntnissen der Stadt Mediziner und Lehrer.

35 Feiernde im Holzbaracken

Am Samstagabend um 23.30 Uhr hatte das Ordnungsamt einen Hinweis auf die Party mit Musik und Drogen bekommen. Beamte in Zivil hatten das Gelände beobachtet. Sie hörten Musik und rochen den Rauch von Marihuana. Das Ordnungsamt machte sich mit zehn weiteren Beamten auf den Weg zu der Hütte und forderte Unterstützung von der Polizei an.

Polizist

Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes schlugen sich im Dunkeln durch das Unterholz eines Wäldchens und umstellten die Hütte. Als die Beamten das Tor zu dem Komplex aus Holzbaracken öffneten, flüchteten Männer und Frauen in den Garten, versteckten sich auf Dächern oder versuchten, durch den Wald zu entkommen. Das Ordnungsamt zählte am Ende 35 Männer und Frauen. „Einige von ihnen haben uns berichtet, dass sie Mediziner seien und hier eine Examensparty feiern. Sie seien ja geimpft, deshalb sei das ja nicht so schlimm“, berichtete Einsatzleiter Florian Westerhausen.

Mediziner feiern illegale Party, Kollegen kämpfen um Leben

Unter den Partygästen waren auch Lehrer, unter anderem von einem Kölner Gymnasium. Das Ordnungsamt hat Namen und Adressen der Feiernden überprüft. „Ihnen drohen jetzt jeweils 250 Euro Bußgeld, dem Veranstalter sogar 500 Euro“, sagte Florian Westerhausen.

„Dass ausgerechnet Mediziner in der dritten Welle der Pandemie in einem engen Raum ohne Lüftung eine Party feiern, während ihre Kollegen in den Intensivstationen um Menschenleben kämpfen, ist erschütternd.“

Falls die Mediziner in Kliniken der Stadt Köln beschäftigt sind, sollen dienstrechtliche Konsequenzen geprüft werden. Im Fall der Lehrer will die Stadt die Schulen informieren. Ob das rechtlich zulässig ist und ob dann Disziplinarverfahren eingeleitet werden können, will die Stadt Köln jetzt klären.

Stand: 19.04.2021, 12:19