Der MedEvac der Luftwaffe bei der Ankunft am Köln-Bonner-Flughafen

Fliegendes Krankenhaus hilft Ukrainern

Stand: 12.04.2022, 07:31 Uhr

Der MedEvac der Luftwaffe hat Kinder und Erwachsene aus der Ukraine geholt. Er landete am Montag am Köln/Bonner Flughafen.

Von Markus Schmitz

Mit etwas Verspätung landet der graue A310 der Luftwaffe auf dem Rollfeld des Flughafens Köln/Bonn. Die Maschine ist auch als MedEvac bekannt - die fliegende Intensivstation der Bundeswehr. Der Airbus wird kurz nach der Ankunft in einen Hangar auf dem militärischen Teil des Flughafens geschleppt. Wenig später fahren mehrere Krankenwagen an die Maschine und nehmen die Menschen aus der Ukraine auf, um sie dann in verschiedene Kliniken zu bringen.

Ukraine bat um Hilfe 

Die Menschen sind am Morgen in der südpolnischen Stadt Rzeszow in die Maschine gebracht worden. Die Stadt liegt 90 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze.

Die Ukraine hat die Europäische Union gebeten, verletzte und erkrankte Menschen in den jeweiligen Mitgliedsländern aufzunehmen. 

Verteilung auf Krankenhäuser in NRW

Insgesamt zwölf Zivilisten aus der Ukraine werden mittlerweile in verschiedenen Krankenhäusern in NRW behandelt. Sie waren an Bord des Ambulanzflugzeugs der Bundeswehr aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet.

Auch die Unikliniken in Köln und Bonn haben Patienten aufgenommen, darunter auch Kinder, sagt Professor Wolfgang Holzgreve von der Uniklinik Bonn. "Heute sind zwei Kinder mit ihrer Mutter zu uns gekommen, die Opfer von Minenexplosionen geworden sind. Sie können sich vorstellen, dass Minen-Verletzungen mit zu den schlimmsten Verletzungen gehören und das ist dann sehr komplexe Chirurgie und Begleitbehandlung."

Rettungswagen am Flughafen Köln/Bonn

Rettungswagen am Flughafen Köln/Bonn

Wie es den Patienten geht, wollte die zuständige Behörde in Deutschland noch nicht sagen. "Es sind auch Erkrankte dabei", so eine Sprecherin des Bonner Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Erster Evakuierungsflug dieser Art

In welche Krankenhäuser die Erkrankten und Verwundeten eingeliefert werden, regelt das in der Corona-Pandemie erprobte und etablierte Kleeblattsystem von Bund und Ländern.

Der Flug war der erste dieser Art seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Unklar ist bislang, ob es weitere Hilfsflüge geben wird. 

Über dieses Thema haben wir am 11. April 2022 im WDR Fernsehen berichtet: Lokalzeit Köln, 19:30 Uhr

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