Maskenpflicht: Bahn darf keine Bußgelder verhängen

Eine Zugführerin mit Maske neben einem Zug der deutschen Bahn

Maskenpflicht: Bahn darf keine Bußgelder verhängen

  • Regelmäßige Verstöße gegen Maskenpflicht in Bahnen
  • Verkehrsunternehmen können keine Bußgelder verhängen
  • Öffentliche Verkehrsmittel sind bisher nicht als Hotspots aufgefallen

Seit drei Monaten sind Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Doch Verstöße gibt es immer wieder. Ulrich Lutz, der regelmäßig in und um Düsseldorf mit Nahverkehrszügen unterwegs ist, stellt zum Beispiel immer wieder fest, dass andere Fahrgäste keine Masken tragen. "Vor allen Dingen in den späteren Abendstunden, wenn der Alkoholpegel ein bisschen gestiegen ist, tragen die Leute ihre Masken nicht!"

Forderung nach einem Bußgeld

Immer wieder werden Forderungen laut, die Bahn solle die Maskenpflicht rigoroser durchsetzen - notfalls auch mit einem Bußgeld, das durch die Zugbegleiter verhängt werden kann. Doch das ist rechtlich gar nicht möglich, weil die Bahn keine staatliche Behörde mehr ist, sondern ein Unternehmen.

Bahnchef Richard Lutz setzt daher auf die Einsicht der Fahrgäste: "Überzeugung und Appell an die Verantwortung stehen vor der Bestrafung", sagt der Vorstandsvorsitzende.

Die meisten Gäste halten sich an die Maskenpflicht

Ganz ähnlich sieht man das bei Keolis, einem privaten Anbieter von Bahnfahrten, der unter anderem zwei Regionalexpresslinien betreibt. "Die allermeisten Fahrgäste setzen ihre Maske auf, wenn sie dazu vom Personal aufgefordert werden", sagt eine Unternehmenssprecherin, "und wenn sich jemand weigert, machen wir von unserem Hausrecht Gebrauch und verweisen die Person des Zuges - notfalls auch Mithilfe der Bundespolizei."

Bahnen sind bisher keine Corona-Hotspots

Bisher sind die Züge des Nah- und Fernverkehrs nicht als Corona-Hotspots aufgefallen. "Auch wenn sich vereinzelt Fahrgäste nicht an die Maskenpflicht halten, sehen wir bisher nicht die Gefahr, dass die Bahnen in absehbarer Zeit zu Corona-Hotspots werden", sagt Detlef Neuss vom Fahrgastverband ProBahn.

Das liege auch daran, dass die Fahrgastzahlen seit Beginn der Pandemie deutlich zurück gegangen sind. In den meisten Zügen gibt es dadurch ausreichend Platz um Abstand zu halten.

Stand: 25.07.2020, 15:16

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