Rheinischer Sankt Martin ist NRW-Kulturerbe

Rheinischer Sankt Martin ist NRW-Kulturerbe

Von Peter Hild

  • 150 Jahre alte Tradition der Martinszüge im Rheinland
  • Organisatoren wollen mit Auszeichnung um Unterstützung werben
  • Gründung eines Dachverbands für bundesweite Anerkennung

Zur Diskussion über das NRW-Kulturerbe

Die Martinstradition wurde am Donnerstag (25.10.2018) vom Land NRW als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Im Frühjahr 2017 hatten die Initiatoren vom Niederrhein den Antrag eingereicht. Nun wurde ihnen eine Urkunde vom NRW-Kulturministerium in Düsseldorf überreicht.

Initiatoren hoffen auf mehr Unterstützung für die Umzüge

"Sie ist für uns Auftrag, die Martinstradition zu bewahren und fortzuführen", freut sich Initiator René Bongartz über die Anerkennung. Mit der Auszeichnung als NRW-Kulturerbe sind keine Fördergelder verbunden.

Sie ist vielmehr eine Art Statussymbol, mit dem die Ehrenamtlichen künftig auf mehr Wertschätzung und Unterstützung durch die Kommunen hoffen – vor allem wenn es um Sicherheitsauflagen und Organisation der Umzüge geht. Damit haben die Veranstalter immer stärker zu kämpfen.

Die Martinsvereine wollen sich künftig stärker vernetzen. "Unser Ziel ist es, einen gemeinsamen Dachverband zu gründen, um die bundesweite Anerkennung der Martinstradition als Kulturerbe anzugehen", sagt René Bongartz.

Jahrhunderte alte Tradition beim Martinsfest

Die Martinstradition hat sich im Rheinland seit den 1870er-Jahren etabliert. Schätzungen zufolge sind zwischen 350 und 400 Martinsvereine im Rheinland aktiv.

Auch jahrhundertealte Bräuche werden beim Martinsfest gepflegt. Dazu gehören beispielsweise das Heischen oder Gripschen, also das "Betteln" an Haustüren um Süßigkeiten, oder das Ausbacken der sogenannten Mutzen.

Bolzplatz und Brieftauben

Neben der Martinstradition zählen nun auch die Bolzplatzkultur, das Brieftaubenwesen, die Flechthecke und die Haubergswirtschaft zum immateriellen Kulturerbe in NRW. Eine Jury hatte im Frühjahr die fünf Traditionen aus 14 Bewerbern ausgewählt.

Zum immateriellen nordrhein-westfälischen Kulturerbe gehören bereits seit einigen Jahren Bräuche wie der Rheinische Karneval, das Schützenwesen und das Bochumer Maiabendfest.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 25.10.2018, 13:16

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 iosephus 25.10.2018, 21:08 Uhr

    dieser unchristliche, heidnische hokuspokus gehört in den mülleimer der geschichte!!!

  • 4 moeschtijall 25.10.2018, 16:25 Uhr

    Auf jeden Fall passt der St. Martinsbrauch besser zu uns und unserer Kultur als dieses, auf Krawall gebürstete Halloween!

  • 3 Beobachter 25.10.2018, 12:47 Uhr

    Die christliche Tradition begründet den Brauch des St. Martinsumzuges. Der Tendenz des "Laternenumzuges" oder "Fackelumzuges" ohne christlichen Bezug wird damit eine eindeutige Absage erteilt.

  • 2 Lohewski 25.10.2018, 11:24 Uhr

    Finde ich gut und auch dringend nötig. Es geht schon zu Viel von den Bräuchen verloren

  • 1 St. Martin 25.10.2018, 11:04 Uhr

    Gut so.....ich hoffe das schiebt den Sonne-Mond und Sterne Befürwörter einen Riegel vor.