RTL-Reporter manipulierte Fernsehbeiträge

Blick auf eine Parabol-Antenne auf dem Dach und ein Logo an der Zentrale des Fernsehsenders RTL in Köln

RTL-Reporter manipulierte Fernsehbeiträge

  • RTL deckt Manipulationen eines Mitarbeiters auf
  • Reporter soll Fernsehbeiträge bewusst verfälscht haben
  • Sender will Kontrollmechanismen verbessern

Ein RTL-Reporter hat nach Angaben des Kölner Senders in mehreren Fällen TV-Beiträge manipuliert. Ihm seien bewusst verfälschende Eingriffe in seinen Beiträgen nachgewiesen worden, teilte RTL am Freitag (14.06.2019) mit.

Daraufhin habe der Sender die sofortige Trennung von dem Mitarbeiter ausgesprochen. Der 39-Jährige war beim Regionalsender RTL Nord beschäftigt und in den vergangenen Jahren überwiegend für das Mittagsmagazin "Punkt 12" im Einsatz.

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Sämtliche Beiträge sollen überprüft werden

Nach RTL-Angaben sollen sämtliche Beiträge des Reporters aus den vergangenen Jahren überprüft werden. Außerdem kläre die RTL-Chefredaktion, wie die Anwendung der geltenden Kontrollmechanismen bei der redaktionellen Abnahme von TV-Beiträgen weiter verbessert werden könne.

Reportagen sollten aufregender und größer wirken

Die bisher geprüften Beiträge seien zwar nicht erfunden, aber handwerklich und inhaltlich dahingehend manipuliert gewesen, dass sie aufregender und größer wirken sollten, als es die Realität hergegeben habe.

Der Mitarbeiter hat nach Angaben des Senders in persönlichen Gesprächen unter anderem mit RTL-Chefredakteur Michael Wulf versucht, die Vorwürfe zu relativieren. "Da die Beweislage in den geprüften Fällen jedoch eindeutig war, wurde die sofortige Trennung von dem Mitarbeiter ausgesprochen", heißt es in einer Stellungnahme des Senders.

Erster Hinweis am 15. Mai

Einen ersten Hinweis auf Unregelmäßigkeiten habe man am 15. Mai erhalten. Eine Mitarbeiterin habe die Chefredaktion darauf hingewiesen, dass ein Beitrag des Reporters über Codein-Missbrauch nicht mit den Fakten aus dem ebenfalls von ihm gedrehten Rohmaterial übereinstimme.

Stand: 14.06.2019, 17:13

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