Marken-Streit: Hildener mahnt "Malle"-Nutzer ab

Touristen liegen dicht gedrängt am Strand

Marken-Streit: Hildener mahnt "Malle"-Nutzer ab

Von Till Uebelacker

  • Markenstreit um Begriff "Malle"
  • Hildener Musikproduzent mahnt Nutzer ab
  • Löschung beantragt

Weil er in einem seiner Texte dreimal das Wort "Malle" benutzt hat, soll ein Reise-Blogger mehr als 1.800 Euro zahlen. Die entsprechende Rechnung stammt von einem Hildener Unternehmer, der sich die Markenrechte am Begriff "Malle" gesichert hat.

"Ich war erstmal schockiert", berichtet Reise-Blogger Holger Seyfried, der unerwartet die Rechnung im Briefkasten fand. "Man bekommt es mit der Angst zu tun, denn die Abmahnung ist sehr harsch geschrieben. Da wird gleich mit Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren gedroht."

499 Euro pro "Malle"-Party

Der Markeninhaber, ein Musikproduzent aus Hilden, betreibt eine Internetseite, über die er Ballermann-CDs und -Partys vermarktet. Hier verkauft er auch Lizenzen für den Begriff "Malle". Wer ihn für eine Veranstaltung oder als Songtitel nutzen will, soll 499 Euro plus Mehrwertsteuer zahlen.

2002 hatte der Hildener den Begriff beim Europäischen Markenamt eintragen lassen. Offenbar hat er seitdem wiederholt Personen abgemahnt, die den Begriff benutzt haben, ohne Lizenzgebühren zu zahlen.

Abgemahnter wehrt sich

Reise-Blogger Holger Seyfried will sich jetzt zur Wehr setzen. Er hat einen Anwalt eingeschaltet und will die Marke löschen lassen. Seine Chancen dürften gut stehen, sagen verschiedene Markenrechts-Anwälte dem WDR.

Grundsätzlich können Ortsnamen nicht geschützt werden. Es geht im Kern also darum, ob "Malle" als Ortsname zu verstehen ist. "Ich würde da schon sehr gute Chancen sehen", sagt etwa der Düsseldorfer Anwalt Jasper Prigge. "Weil der Begriff 'Malle' heute eine Abkürzung für Mallorca ist."

Stand: 29.08.2019, 16:59