Dick auftragen: Malerfürsten in der Bonner Bundeskunsthalle

Die Malerfürstenausstellung in der Bundeskunsthalle: violetter Saal

Dick auftragen: Malerfürsten in der Bonner Bundeskunsthalle

Von Henning Hübert

  • Salonbilder der Zentren Wien, Budapest, Krakau und München
  • Nur die großen Künstlernamen dürfen die High Society porträtieren
  • Ausstellung der Bundeskunsthalle läuft bis zum 27. Januar 2019

Sie hießen Lord Leigthon, Jan Matejko oder Franz von Stuck: Malerfürsten, die bis zum Beginn des I. Weltkriegs das öffentliche Leben mitbestimmten und die Kunstszene dominierten - ihre Bilder sind in der neuen Ausstellung in der Bundeskunsthalle zu sehen.

Salonbilder vermarkten und paralleles Net-Working, etwa durch eigene große Künstler-Feste und die komplette zur-Schau-Stellung des eigenen Lebensstils in Samt und Seide und mit dem in jedem Atelier vorhandenen ausgestopften Pfauen-Vogel. Das ging in den Jahrzehnten ab 1870 bis zum Ausbruch des I. Weltkriegs gut. Vor allem in den Zentren Wien, Budapest, Krakau, München.

Bundeskunsthalle zeigt Porträtmalerei

Der Blaue Saal der Malerfürstenausstellung in der Bundeskunsthalle

Das Publikum erwarten einige Highlights der Avantgarde in der Ausstellung.

Friedrich August von Kaulbach setzte zum Beispiel die russische Zarin Alexandra in zauberhaftes Licht. Nach getaner Arbeit durfte er auch mit den Romanows frühstücken, erzählt die Schau. Ihm stand ebenso die deutsche Kaiserin Auguste Victoria geduldig Modell, zusammen mit Prinzessin Luise.

Wer solchen Hochadel porträtieren darf, der repräsentiert selber die High Society. So porträtiert sich Franz von Lenbach selbst komplett in Rubens-Pose und Kleidung. Ein Vermarktungskonzept, dass über mehrere Jahrzehnte aufging.

Malerfürsten zeigt Gemälde in jedem Format

Die Bilder sind von unterschiedlicher Qualität, passten aber immer in dicke vergoldete und schnörkelreiche Rahmen und brachten den Malerfürsten große Summen ein. Die Bonner Ausstellung Malerfürsten präsentiert die akademische Malerei und feiert sie auch ein bisschen, diese lange verkannte parallele Welt zur Welt der Avantgarde. Zu sehen in der Bundeskunsthalle bis zum 27. Januar.

Stand: 27.09.2018, 15:01