Mahnwachen am Braunkohlentagebau Hambach

Mehrere Aktivisten tragen rote T-shirts und bereiten die Mahnwache vor.

Mahnwachen am Braunkohlentagebau Hambach

  • Kohlegegner demonstrieren mit Abstand
  • Angst um den Hambacher Wald
  • Keine weiteren Umsiedlungen

Die Corona-Pandemie macht auch der Klimabewegung zu schaffen. Statt des traditionellen Sonntagsspaziergangs durch den Hambacher Forst mit hunderten Teilnehmern fanden heute sechs Mahnwachen rund um den Braunkohlentagebau Hambach statt. Deren Teilnehmerzahl war aufgrund der Sicherheitsbestimmungen begrenzt.

Die größte Kundgebung fand in direkter Nähe zum Tagebau Hambach statt, an einem Grundstück des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Das liegt Mitten im Abbaugebiet. Hier kamen rund 80 Kohlegegner zusammen. Insgesamt nahmen an den Mahnwachen mehr als 200 Kohlegegner teil.  

Demonstration mit Abstand

Wie gefordert wurde der Abstand von 1,50 Meter eingehalten. “In der Öffentlichkeit heißt es ja oft, der Hambacher Forst sei gerettet. Aber, das stimmt nicht”, erklärt Michael Zobel, einer der Organisatoren. Er hat vor sechs Jahren die Sonntagsspaziergänge durch das bedrohte Waldgebiet ins Leben gerufen. Mittlerweile haben mehr als 60.000 Menschen daran  teilgenommen. Nach Meinung von Zobel geht es dem Wald, der ja eigentlich erhalten bleiben soll, so wörtlich – grottenschlecht. “Die Vernichtung des Waldes ist geplant”, sagt der Kohlegegner.

Bagger bedrohen den Hambacher Forst

Rund um das Waldgebiet arbeiten die riesigen Bagger von RWE. Dem Wald werde immer mehr Wasser entzogen, lautet ein Vorwurf der Braunkohlegegner in Richtung RWE. “Der Hambacher Forst stirbt einen langsamen Tod”, wird Zobel deutlich. Er hat heute RWE aufgefordert, jene Bagger abzuziehen, die in direkter Nähe zum dem Waldgebiet stehen.

Der Hambacher Forst – das Symbol des Widerstandes gegen die Braunkohle – müsse sich erholen. Aber es geht den Braunkohlegegnern nicht nur um den Erhalt des Waldes. Britta Kox von den Initiative “Alle Dörfer bleiben” forderte heute den sofortigen Stopp der Umsiedlungen für den Braunkohlentagebau Garzweiler II bei Erkelenz.

Keine weiteren Dörfer für Garzweiler II

Fünf Orte werden derzeit noch umgesiedelt. Davon betroffen sind mehr als 1.500 Menschen. “Wir brauchen die Kohle unter den Dörfern nicht mehr, wenn Deutschland 2038 aus der Braunkohleverstromung aussteigt”, erklärt Kox. RWE müssen endlich aufhören mit der Zerstörung von Natur und Heimat.

Auf WDR-Anfrage hatte RWE erklärt, dass der Konzern an den Plänen für Garzweiler II festhalten werde. Der Bund habe die energiepolitische Notwendigkeit für den Tagebau festgestellt. Die Umsiedlungen würden wie geplant weiterlaufen. Bereits 2024 werde die Kohle unter den Dörfern benötigt, erklärte ein Konzernsprecher.

Weitere Proteste angekündigt

Für die nächsten Wochen und Monate hat die Klimabewegung weitere Proteste angekündigt – sowohl am Tagebau Hambach als auch am Tagebau Garzweiler II. “Wir werden hörbar sein, sichtbar sein. Und wir werden wieder größere Aktionen planen. Irgendwann ist die Corona-Krise vorbei", sagt Michael Zobel. Dann müsse sich Deutschland wieder verstärkt um die Klimakrise kümmern.

Stand: 10.05.2020, 20:04