Rätsel um Mahnmal für Geflüchtete in Düsseldorf

Düsseldorf: Mahnmal für ertrunkene Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer

Rätsel um Mahnmal für Geflüchtete in Düsseldorf

  • Mahnmal für ertrunkene Bootsflüchtlinge aufgestellt
  • Inschrift deutet auf vermeintliche Beteiligung der Stadt Düsseldorf hin
  • Initiator unbekannt

In der Nähe des Düsseldorfer Rheinturms steht seit Kurzem ein Mahnmal für Geflüchtete, die im Mittelmeer ertrunken sind. Die Stadt Düsseldorf sagte auf Anfrage des WDR am Montag (15.04.2019), dass es nicht von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben wurde – dabei wird das durch die Inschrift suggeriert.

Auf dem Mahnmal steht: "Grenzen töten. Gewidmet den Opfern der tödlichen europäischen Abschottung im Mittelmeer. Stadt Düsseldorf."

Grundstück gehört nicht zum Stadtgelände

Die Stadt Düsseldorf verweist darauf, dass das Gelände nicht ihr, sondern der IDR AG gehört. Es sei Sache des Eigentümers des Geländes, über den Verbleib des Mahnmals zu entscheiden.

Allerdings wird auch auf die grundsätzliche Haltung des Oberbürgermeisters Thomas Geisel in der Flüchtlingspolitik hingewiesen. Gemeinsam mit den Oberbürgermeistern aus Köln und Bonn hatte er im Sommer 2018 in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich gemacht hat, dass eine zivilisierte Gesellschaft nicht dabei zusehen dürfe, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken.

Düsseldorf: Mahnmal für die ertrunkenen Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer

Mahnmal für die ertrunkenen Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer

Auch Oliver Ongaro von der Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative "Stay!" weiß nicht, wer das Mahnmal aufgestellt hat. Er begrüßt die Aktion: "Ich finde es gut, dass an diese Menschen erinnert wird. Denn inzwischen gewöhnen wir uns hier in Europa an Unmenschlichkeiten. Dass Menschen, die auf einem Flüchtlingsboot sind, nicht mehr an Land gelassen werden, das finde ich hart. Mehr als hart."

Stand: 15.04.2019, 17:11