Armenier-Mahnmal bleibt vorerst stehen

Polizeieinsatz am Mahnmal zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern

Armenier-Mahnmal bleibt vorerst stehen

  • Stadt will Mahnmal entfernen
  • Ordnungsamt und Polizei waren vor Ort
  • Eilantrag verhindert vorerst Abbau

Das von einer Initiative am Sonntag (15.04.2018) in Köln aufgestellte Mahnmal zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren bleibt vorerst stehen. Obwohl Ordnungsamt und Polizei am Dienstagmorgen (17.04.2018) bereits den Abbau vorbereiteten, mussten die Beamten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Ein Aktivist hatte zwischenzeitlich offenbar das Kölner Verwaltungsgericht eingeschaltet und damit den Abbau vorerst verhindert.

Stadt wollte Mahnmal zeitnah entfernen

Denn das Gericht will nun einen Eilantrag für den Erhalt des Mahnmals prüfen. Das kann mehrere Tage dauern. Bis zu einer Entscheidung wird das Mahnmal nun in jedem Fall stehen bleiben. Noch am Montag (16.04.2018) hatte die Stadt Köln angekündigt, die Stele, die nahe dem Denkmal von König Friedrich Wilhelm IV an der Hohenzollernbrücke steht, werde "zeitnah entfernt".

Keine Genehmigung

Das Mahnmal zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern nahe dem Kölner Dom

Das Mahnmal steht zwischen Hohenzollernbrücke und Kölner Dom

Die Initiative "Völkermord erinnern" hatte die von den Kölner Künstlern Stefan Kaiser und Max Scholz gestaltete Stahlskulptur am Sonntag auf der linksrheinischen Seite der Hohenzollernbrücke in der Innenstadt enthüllt. Die Inschrift unter dem Titel "Dieser Schmerz betrifft uns alle" ist in armenischer, deutscher, türkischer und englischer Sprache verfasst.

Gedenkstein bereits vorhanden

Für die Errichtung des Mahnmals hatten nach Angaben der Initiative Persönlichkeiten wie "Stolperstein"-Erfinder Gunter Demnig, der Journalist Günter Wallraff, Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und der türkische Schriftsteller Doğan Akhanlı Patenschaften übernommen.

Die Stadt Köln verwies darauf, dass es bereits einen Gedenkstein für die Opfer des Völkermords an den Armeniern in Köln gibt. Auf Initiative der armenischen Gemeinde Köln sei im November 2017 ein Kreuzstein auf dem Friedhof Lehmbacher Weg in Köln-Bruck eingeweiht worden. Die armenische Gemeinde in Köln ist nach eigenen Angaben mit 5.000 Mitgliedern die größte in Deutschland.

Stand: 17.04.2018, 13:14