Magnet-Angler am Beyenburger Stausee: Fische sind ihnen egal

Abenteuer in Beyenburg: Magnetfischer:innen an der Wupper Lokalzeit Bergisches Land 21.09.2021 02:30 Min. Verfügbar bis 21.09.2022 WDR Von Carsten Stein

Magnet-Angler am Beyenburger Stausee: Fische sind ihnen egal

Von Carsten Stein

Fische sind den drei Magnet-Anglern egal. Am Beyenburger Stausee werfen sie ihre Angeln aus. Am Ende ist kein Haken, sondern ein starker Magnet.

Melanie Halbach, Marvin Diedrich und Markus Hegener sind Metall-Angler. Dabei ziehen die drei Freunde mit extrem starken Magneten metallische Gegenstände Gegenstände aus Flüssen, Bächen, Seen.

Die drei junge „Angler“ fischen in Wuppertal. Sie stehen regelmäßig auf einer Brücke am Beyenburger Stausee und ziehen Schrott aus den Fluten.

Magnetangeln: Spannung pur

Ein Metallrad wird mit einem Magneten aus dem Wasser gefischt

Magnetfischen sei reizvoll, weil man nie wisse, was man da rauszieht. Anders als beim "normalen" Angeln. "Da hängt immer ein glitschiger Fisch, ein Lebenwesen am Haken. Das ist nicht so unser Ding", sagen die Drei. Außerdem würde man etwas für die Natur tun, die Gewässer befreien von Unrat oder auch gefährlichen Hindernissen für die Kanuten am Beyenburger Stausee. 

Spannend seien aber auch die Geschichten hinter den Gegenständen - sich auszumalen, wie wohl die Gegenstände ins Wasser gelangt sind?  

Reichlich Fundstücke nach Flutkatastrophe

Auch mehrere Wochen nach der Flutkatastrophe ist die Wupper voll mit angeschwemmten Gegenständen: Eisenrohren, Gestellen, Metallregalen bis hin zu ganzen Motorrollern oder Teilen davon. Der letzte Angelausflug brachte nur einen Haufen Schrott. Verwertbar allenfalls ein verrosteter Bolzenschneider. Weil für die überschaubare Ausbeute kein Schrotthändler vorbeikommen will, bringen sie die Fundstücke selber dort hin. Also keine fette Beute. Einer der Magnetfischer hat aber schon mal einen Stahlträger aus dem Wasser gezogen. Der wurde gut bezahlt.

Magnetfischen - erlaubt, nicht erlaubt?

In Wuppertal ist das Angeln nach Metall laut Polizei nicht verboten. Aus Sicht der Stadt Wuppertal spricht ebenfalls nichts gegen das Magnetfischen. Auch der Wupperverband bestätigte, dass das Metall-Angeln am Beyenburger Stausee nicht gegen die Vorschriften verstößt.

Ein Polizist halt mehrere Autoschlüssel in einer Hand

In anderen Städten wie z.B: Gelsenkirchen ist Magnet-Angeln dagegen untersagt. Weil an der Leine immer wieder auch Explosives wie z.B. Munition oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg hing. 

Nicht explosiv aber brisant ein Fund der drei Angler in Wuppertal: ein Bündel Autoschlüssel. Diebesgut oder nur von der Flut weggetragen? Diesen Fang haben die drei Magnet-Angler der Polizei übergeben. Die muss nun ermitteln.Genau das sind die Geschichten, die das Metallangeln für die Drei so reizvoll macht. 

Stand: 21.09.2021, 17:22

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