Neue Luftreinhaltepläne für Köln und Düsseldorf

Dichte Autoreihen auf der Corneliusstraße in Düsseldorf

Neue Luftreinhaltepläne für Köln und Düsseldorf

Von Peter Hild

  • Köln stellt neue Pläne für bessere Luftqualität vor
  • In Düsseldorf startet bereits der neue Luftreinhalteplan
  • Über 60 Maßnahmen für Landeshauptstadt beschlossen

Am Freitag (01.02.2019) ist der neue Luftreinhalteplan für Düsseldorf in Kraft getreten. Darin sind mehr als 60 Maßnahmen aufgelistet, mit denen Stadt und Bezirksregierung die Luftqualität in der Stadt verbessern wollen.

In Köln ist am Freitagvormittag der neue Luftreinhalteplan vorgestellt worden. Die Bezirksregierung hat eine Fortschreibung des Luftreinhalteplans beschlossen. Damit will sie die drohenden Fahrverbote für Diesel verhindern. Unter den Maßnahmen zur Verbesserung der Luft ist auch eine Busspur für die Aachener Str. vorgesehen. Außerdem sollen zum Beispiel an der Luxemburger Straße Ampeln installiert werden, die einen flüssigeren Autoverkehr ermöglichen. Die Maßnahmen sollen dann am 1. April umgesetzt werden.

Über 60 Maßnahmen in Düsseldorf

Die Bezirksregierung setzt auf mehrere Maßnahmen, die die Luftqualität in der Landeshauptstadt verbessern sollen - von der Umrüstung der Rheinbahn-Busflotte über den Ausbau von Radwegen bis zu mehr Angeboten im Bereich Elektromobilität.

"Bereits in den vergangenen Jahren sind die Stickoxidwerte durch die kontinuierliche Flottenerneuerung bei den Autofahrern gesunken", betont Angela Küster, Abteilungsdirektorin Umwelt bei der Bezirksregierung.

Zentrale Maßnahme: Einführung der Umweltspur

Viel versprechen sich die Verantwortlichen von der Einführung von Umweltspuren auf zentralen Einfallstraßen in Düsseldorf. "Nach vorläufigen Schätzungen des Landesumweltamtes könnten diese Spuren eine vergleichbare Wirkung wie ein Fahrverbot haben", erklärt Küster.

Bis Ostern sollen die Spuren auf der Merowingerstraße und der Prinz-Georg-Straße eingerichtet sein - zunächst als Test für ein Jahr.

Auto mit Abgasen, die aus dem Auspuff kommen, auf der Corneliusstraße in Düsseldorf

In vielen Innenstädten sind die Stickoxide der Autos ein Problem

Deshalb könne auf ein Fahrverbot verzichtet werden, so Küster, das außerdem zehntausende Pendler aus der Stadt aussperren würde: "Dieser starke Eingriff stünde in keinem Verhältnis zur Wirkung, zumal wir glauben, dass dies eben auch mit den Umweltspuren erreicht werden kann."

Überzeugen die Maßnahmen das Gericht?

Ob die über 60 Maßnahmen ausreichen, die Stickoxidbelastung zu senken, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Doch sie sollen vor allem auch das Oberverwaltungsgericht in Münster überzeugen, kein Fahrverbot für Düsseldorf anzuordnen.

Dort wird derzeit über die Klage der Deutschen Umwelthilfe beraten. Mit einer Verhandlung und einer Entscheidung wird im Frühsommer gerechnet.

Beitrag vom 06.09.2018 - Dieselfahrverbot: Zwangsgeld abgelehnt 02:49 Min. Verfügbar bis 29.12.2019

Stand: 01.02.2019, 10:54

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Klaus Keller 01.02.2019, 12:41 Uhr

    In Luxemburg ist der öffentliche Nahverkehr ab 2020 kostenlos, mit EU-Steuerdumping kein Problem. Würde man Handelsbeschränkungen gegen Luxemburger Briefkastenfirmen in der EU beschließen können, käme auch Deutschland einer solchen Lösung einen Schritt näher. Ich bin nicht auf dem neuesten Stand aber Dortmund hatte mal zum Weihnachtsgeschäft einen kostenlosen Shuttle-Service mit Bussen eingerichtet; das hat zumindest zeitweise Autos aus der Innenstadt ferngehalten. Park an Ride macht Sinn; da muss aber "Ride" besser sein und noch besser wäre kostenlos. Man muss dabei einiges sortieren. Kostenlos für Nutzer bedeutet natürlich nicht kostenlos für den Steuerzahler. Damit kommen wir zur nächsten Sprachverwirrung - Solidarität oder "Deutschland first". Solidarität im EU-Jargon bedeutet hier im Ergebnis, wir zahlen die saubere Luft in Luxemburg. Luxemburg ist nur ein Beispiel für Steuerdumping in der EU aber es passt in den mittelbaren Auswirkungen eben hier sehr gut zu diesem Thema.

    Antworten (1)
    • Der Udo 01.02.2019, 15:56 Uhr

      Luxemburg weiss eben wie es besser geht. Das betrifft ja nicht nur den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr, sondern auch die Steuerlast für den Arbeitnehmer. Ich pendel täglich aus NRW dorthin und so unglaublich es klingt, es lohnt sich. Dies alles hat nichts mit Steuerdumping zu tun, sondern mit einer guten Politik.

  • 3 Wolfgang D. 01.02.2019, 11:53 Uhr

    Warum wird hier immer nur über den der "privaten" Diesel-PKW Verkehr gesprochen? Laut statisches Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/TransportVerkehr/Querschnitt/VerkehrAktuell.html) hat der Güterverkehr seit 2000 um 30 % erhöht. Wenn ich richtig informiert bin, fahren LKW´s und kleine 3.5 Tonnen Fahrzeuge ausschließlich mit Diesel. Was ist mit diesen Fahrzeugen und dem Fahrverbot? Früher gab es EINEN Paketdienst, der in der Stadt die Pakete geliefert hat. Heute fahren mindestens 5 Paketdienste die Pakete aus. Das wird in den öffentlichen Diskussionen vollkommen verschwiegen bzw. nicht angesprochen. Warum? Wenn jemand mit seinem alten Diesel morgens zur Arbeit und nachmittags zurück fährt, macht das die Verschmutzung aus? Würde mich freuen, wenn diese Punkte doch einmal beim Qualitätsjournalismus und in den Diskussionen aufgenommen würden. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang D.

    Antworten (1)
    • linux 01.02.2019, 13:36 Uhr

      "Wenn ich richtig informiert bin, fahren LKW´s und kleine 3.5 Tonnen Fahrzeuge ausschließlich mit Diesel. Was ist mit diesen Fahrzeugen und dem Fahrverbot?" Das ist doch mitunter der Punkt, würde man da nur den kleinen Michel nötigen können, sich einen anderen neuen Fahruntersatz zu besorgen wäre das wohl schon lange durch.

  • 2 Autostadt Düsseldorf 01.02.2019, 11:13 Uhr

    Bereits in den 60er und 70er Jahren war es chaotisch mit dem Auto durch Düsseldorf zu fahren. Selbst LKW-Fahrer sagten damals schon - Augen zu und durch - und die Situation hat sich weiter verschlechtert. Wenn ich heute nach Düsseldorf mit dem Auto fahren muss, dann achte ich zuerst auf die Zeit und überlege, ob es nicht effektiver ist den ÖPNV zu nutzen. Je nach Uhrzeit bin ich mit dem ÖPNV eher am Ziel und benötige auch keinen der spärlichen Parkplätze. Düsseldorf wird von mehreren Autobahn ähnlichen Straßen durchkreuzt und besitzt ein eigentlich die Innenstadt entlastendes Ringstraßensystem, doch das Gegenteil ist der Fall, da sich diese Straßen irgendwo kreuzen und dann steht der Verkehr. Für mich gehört der gesamte Individualverkehr raus aus Düsseldorf und dafür ein gut getakteter und preislich akzeptabler ÖPNV innerhalb der Stadt. Ich denke an eine oder mehrere Ringbahnen oder Busse .

  • 1 Birne 01.02.2019, 10:59 Uhr

    Die Maßnahmen in Köln sind ja wohl ein Witz. Eine Busspur auf der Aachener Str. und Ampeln auf der Luxemburger, damit sind wohl alle Probleme gelöst! Gleichzeitig sieht man mal wieder beim aktuellen Schnee: Den schwarzen Matsch am Straßenrand ist das, was Radfahrer und Fußgänger täglich in ihren Lungen einatmen, trotzdem macht Köln überhaupt nichts für die Gesundheit der Menschen. Stattdessen rückständig wie eh und je. Man könnte die Chance auch nutzen die Stadt in eine angesehene Metropole wie Kopenhagen umzubauen.