Kein Dieselfahrverbot für Düsseldorf

Kein Dieselfahrverbot für Düsseldorf

  • Neuer Entwurf für Luftreinhalteplan vorgestellt
  • Fahrverbote als unverhältnismäßig eingestuft
  • Umweltorganisationen kritisieren Maßnahmen

Hier geht es zur Diskussion über den Luftreinhalteplan

Die Düsseldorfer Bezirksregierung will für bessere Luft in der Stadt sorgen – und verschont dabei die Dieselfahrer. Demnach sind im überarbeiteten Entwurf für den Luftreinhalteplan, den die Behörde am Montag (20.08.18) vorgestellt hat, keine Fahrverbote vorgesehen. Der Luftreinhalteplan soll am 1. Februar 2019 in Kraft treten.

Maßnahmen gegen Stickoxidbelastung

Nach Angaben der Bezirksregierung seien mögliche Fahrverbote für Dieselautos intensiv geprüft, aber als unverhältnismäßig eingestuft worden. Stattdessen soll die Stickoxidbelastung mit 65 verschiedenen Maßnahmen gesenkt werden.

Unter anderem sollen Busse umgerüstet, die Verkehrslenkung optimiert und Radwege ausgebaut werden. Die Stickoxidbelastung auf den am stärksten belasteten Straßen würde damit jedoch erst in sechs Jahren unter den Grenzwert sinken.

Appell an Düsseldorfer Bürger

Die Bezirksregierung setzt auf ein Umdenken der Bevölkerung. "Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Mobilitätssituation in der Landeshauptstadt", sagte Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher. "Hierzu ist es erforderlich, dass wir die Bürgerinnen und Bürger überzeugen und nicht durch Verbote bevormunden."

Der Entwurf für den neuen Luftreinhalteplan liegt von Dienstag (21.08.18) bis zum 20. September beim Düsseldorfer Umweltamt und bei der Bezirksregierung aus. Außerdem ist er im Internet abrufbar. Interessierte können bis zum 4. Oktober 2018 Anmerkungen einreichen.

Reaktionen auf Luftreinhalteplan

Die Handwerkskammer Düsseldorf begrüßt die Entscheidung gegen Fahrverbote. Es müsse allerdings garantiert werden, dass diese Entscheidung auch langfristig Bestand habe, damit Handwerker besser planen könnten.

Anders sieht das der BUND Nordrhein-Westfalen. Laut Sprecher Dirk Jansen führe kein Weg an Fahrverboten vorbei. Er kritisiert die vorgestellten Maßnahmen: "Hier wurde eindeutig nicht nach fachlichen Erwägungen vorgegangen. Die Bezirksregierung ist eingeknickt vor dem politischen Druck der Landesregierung."

Ebenso kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Pläne der Bezirksregierung: "Der Grenzwert gilt seit 2010 und es ist nicht akzeptabel, dass wir diese Situation weitere sechs Jahre hinnehmen sollen", so Dorothee Saar von der DUH. Über den Antrag der DUH auf Zwangsvollstreckung gegen das Land verhandelt das Verwaltungsgericht am Dienstag (21.08.18).

Korrektur: In einer früheren Version des Textes stand, dass der Luftreinhalteplan in Düsseldorf am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Tatsächlich tritt er aber erst am 1. Februar in Kraft.

Hier ist Platz für Ihre Meinung

Stand: 28.12.2018, 10:55

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Nicola Kullick 28.12.2018, 13:01 Uhr

    Alle Achtung - siehe Text: * Der Entwurf für den neuen Luftreinhalteplan liegt von Dienstag (21.08.18) bis zum 20. September beim Düsseldorfer Umweltamt und bei der Bezirksregierung aus. Außerdem ist er im Internet abrufbar. Interessierte können bis zum 4. Oktober 2018 Anmerkungen einreichen * Stand: 28.12.2018, 10:55 .. FAZIT: Liebe Stadt "wie auch immer genannt" und lieber Verkehrsverbund VRR - kommt doch einfach mit dem ÖVNP dem Bürger entgegen. Aber wie ich euch kenne wollt ihr einfach nicht; siehe das Sozialticket für Einkommenschwache (Geringverdiener, Alleinerzeihende, Rentner mit kleiner (mickriger) Rente und SGB II / SGB XII - Bezeieher). .. Trotz allem - viel Glück in dieser Angelegenheit "Fahrverbote" und einen schönen Jahreswechsel wünscht Euch Nici

  • 5 Eisbär 22.08.2018, 10:13 Uhr

    Wie wäre es mit kostenloser Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für alle??? Da würden sicher einige Umsteigen, das Netz in Düsseldorf ist recht gut ausgebaut. Man spart so auch die Parkplatzsuche und Parkgebühren (beides in Düsseldorf nicht unerheblich). Weniger egoistische und aggressive Autofahrer sowie ein ausgebautes Radwegnetz würden auch einiges bewirken!

  • 4 Herr van Haag 21.08.2018, 15:24 Uhr

    Die Kfz Fahrer sollen nun den Kopf hinhalten? Was ist mit den vielen Kreuzfahrtschiffen, den Flugzeugen ...

    Antworten (1)
    • Eisbär 22.08.2018, 10:05 Uhr

      Es geht hier um die Schadstoffbelastungen IN der Stadt. Kreuzfahrtschiffe sind sicher auch umweltfeindlich, fahren aber sicher NICHT durch die Stadt!!! Auch die Flugzeuge tragen nicht zu den Belastungen innerhalb der Stadt bei!!!! Natürlich muss auch hier geregelt werden, aber Emittent Nr. 1 in der Stadt was Sickstoffdioxid, Feinstaub, etc. angeht ist nun mal der KFZ-Verkehr.

  • 3 Wahrheitsucher 21.08.2018, 13:23 Uhr

    Jürgen Resch im Jahre 1981 schloss er die Schule mit dem Abitur ab und ging anschließend zum Zivildienst(Drückeberger). 1988 Bundesgeschäftsführer der DUH und brach sein Studium ab. Also einer ohne abgeschlossener Ausbildung, der auch noch Vielflieger ist anstatt mit dem Fahrrad und Bahn seinen Aufgaben nach zu kommen. Also ein Chefoportunist wie er besser nicht sein kann. Der will uns weiß machen was gut und nicht gut ist. Ein Studienabbrecher ohne zwingenden Grund! Mehr braucht man nicht sagen. Es soll sich jeder selbst ein Urteil über solche Schwätzer bilden.

  • 2 Wahrheitsucher 21.08.2018, 13:10 Uhr

    Lob für die Entscheidung der Düsseldorfer Bezirksregierung! Ekel und Empörung für BUND und DUH querfinanziert u.a. von Automobil- und Lobbyindustrie. Immer gleich mit der Verbot- und Klagekeule drohen. Den Bürger bevormunden und am heil von BUND, Greepeace und DUH genesen. Was für eine Perversion wie Minderheiten versuchen die Masse zu vergewaltigen. Erst mal den gesunden Menschenverstand zu bemühen ist anstrengend, dass geht mit Verboten schneller. Im Zweifel wird auch mit Gewalt agiert, gerade Greenpeace mit Besetzungen. Da wird Hausfriedensbruch begangen und genötigt was das Zeug hält. So auch die Anklagedrohungen der DUH und auch BUND sehe ich als staatlich gedeckten Missbrauch. Unsere Justiz(Richter und Staatsanwälte) aus alt achtundsechzigern ist da williger Erfüllungsgehilfe.

    Antworten (1)
    • Achim Beckmann 21.08.2018, 16:36 Uhr

      Richtig so. Man sollte den Lobbyisten das Handwerk legen. Es geht immer gegen den Steuerzahler und den Kosten-und umweltbewusst denkenden Bürger. Dieser hat nämlich mit dem Diesel ein Hightechprodukt gekauft, welcher als umweltfreundlich verkauft wurde. Es wird immer über Minderheiten berichtet. Die schweigende aber zahlende Mehrheit findet in Politik und Presse keine Stimme.

  • 1 Reinhard Baumgart 21.08.2018, 12:16 Uhr

    So lange es keine Einschränkungen am Düsseldorfer Flughafen (Urlaubsflugverkehr) und bei der Rheinschiffahrt kommt, ist es nicht mehr als recht und billig wenn keine Fahrverbote kommen. Zumal die Messtationen meist fälschlicherweise direkt an der Strasse stehen und die NOx Werte 5 m weiter schon wesentlich unbedenklicher sind.

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