Luftmine in Heinsberg erfolgreich entschärft

Eine entschärfte Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg liegt in einem LKW in Heinsberg

Luftmine in Heinsberg erfolgreich entschärft

Die in Heinsberg bei Bauarbeiten entdeckte Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg ist erfolgreich entschärft worden.

Nach der erfolgreichen Entschärfung der Luftmine konnten die Anwohner in den zuvor evakuierten Bereich zurückkehren, teilte die Stadt Heinsberg am Samstag mit. Mehr als 9.000 Menschen hatten ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Für sie wurden Aufenthaltsräume in Mehrzweck- und Turnhallen bereitgestellt, unter anderem in Straeten, Unterbruch und Porselen. Es war die größte Evakuierungsmaßnahme seit dem Zweiten Weltkrieg.

Auch Krankenhaus von Evakuierungsmaßnahmen betroffen

Die gesamte Innenstadt musste in einem Radius von 1,5 Kilometern gesperrt werden. Davon betroffen war auch das Heinsberger Krankenhaus. Es wird noch am Samstag seinen Betrieb wieder aufnehmen. Der überwiegende Teil der Patienten war nach Hause entlassen worden, etwa 50 Patienten mussten in andere Kliniken verlegt werden.

Die Patientenrückverlegung ins Heinsberger Krankenhaus könne laut Stadt noch mehrere Stunden dauern, weil die Patienten aus dem Heinsberger Krankenhaus teils in fern gelegenere Krankenhäuser, wie zum Beispiel nach Düren gebracht wurden. Mehrere Pflegeeinrichtungen waren ebenfalls evakuiert worden.

Zünder mussten gesprengt werden

Die zwei Tonnen schwere Mine hatte drei noch aktive Zünder, so der Bürgermeister Kai Louis. Er zog ein positives Fazit: Man sei froh, dass alles reibungslos verlaufen sei. Nicht reibungslos verlief allerdings die Evakuierung.

Die Entschärfung der Bombe konnte erst eine Stunde später erfolgen, weil einige Heinsbergerinnen und Heinsberger ihre Wohnungen und Häuser nicht verlassen wollten und die Polizei hinzugezogen werden musste, so die Stadt Heinsberg. Statt um 13 Uhr konnte die einstündige Entschärfung daher erst gegen 14 Uhr beginnen, als alle das Gebiet um die Bombe herum verlassen hatten.

Wartende enttäuscht von Evakuierungs-Verweigerern

Abdul Mohammed nahm die lange Wartezeit in der Notunterkunft in Unterbruch gelassen: "Ich bin seit 9 Uhr hier. Eigentlich wollte ich um 14 Uhr wieder nach Hause. Doof, dass das jetzt alles länger dauert. Aber ich habe Nachbarn kennengelernt, die ich gar nicht kannte. Das war auch schön."

Ulrike Krüger lobte die Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz an der Turnhalle in Unterbruch für die gute Organisation, war aber wütend auf die Evakuierungs-Verweigerer: "Es gibt Notwendigkeiten, die macht man zum Wohle aller mit. Die, die in ihren Häusern geblieben sind, das sind Egoisten."

Ulrike Krüger aus Heinsberg steht vor einer Notunterkunft

Ulrike Krüger vor einer Notunterkunft in Heinsberg

Geimpfte und Ungeimpfte zusammen in Notunterkünften

Wer nicht zu Freunden oder Familie ausweichen konnte, konnte in eine Notunterkunft gehen. Eine Turnhalle stand für Menschen, die sich in Corona-Quarantäne befinden, bereit. In den übrigen Turnhallen mussten lediglich die AHA-Regeln eingehalten werden - es wurde nicht zwischen geimpft und ungeimpft unterschieden, Corona-Tests waren freiwillig. Man habe sich mit dem Gesundheitsamt abgesprochen, so die Stadt Heinsberg. In den Turnhallen befanden sich seit den Morgenstunden bis zu 80 Menschen.

Stand: 13.11.2021, 15:16