Luftballons als Zeichen gegen Glücksspielsucht

99 Luftballons als Zeichen gegen Glücksspielsucht

Luftballons als Zeichen gegen Glücksspielsucht

Von Hanna Makowka

  • Aktion von Inhaftieren
  • Hohes Suchtpotenzial von Glücksspielen
  • Wenig Therapiemöglichkeiten

Im Innenhof der JVA Düsseldorf haben inhaftierte Glücksspielsüchtige heute 99 Luftballons steigen gelassen. An den Ballons haben sie Karten mit Nachrichten gehängt.

Neben Fragen haben die Häftlinge auch ihre persönlichen Erfahrungen mit der Spielsucht aufgeschrieben. Einige haben ihre persönlichen Erfahrungen beschrieben, andere warnen vor Glücksspielen. Wer einen der Ballons findet, kann die Karte mit einer Antwort zurücksenden.

JVA und Caritas gemeinsam gegen Glücksspielsucht

Mit den Ballons soll auf das hohe Suchtpotenzial von Glücksspielen aufmerksam gemacht werden. Die JVA und die Fachstelle für Glücksspielsucht der Caritas in Neuss haben die Aktion organisiert.

Das "Team Glücksspielsucht" der Caritas Neuss

Das "Team Glücksspielsucht" der Caritas Neuss

Bereits seit vier Jahren arbeiten die beiden Einrichtungen eng zusammen. Gemeinsam bieten sie ein Gruppenangebot für Spielsüchtige an. "Das wird gut angenommen", sagt Verena Verhoeven von der Caritas Neuss. Die Inhaftierten nehmen freiwillig an den Gruppensitzungen teil, statt andere Freizeitangebote wahrzunehmen. Mittlerweile gebe es sogar eine Warteliste.

Ungleiche Behandlung von Suchterkrankungen

Für Glücksspielsüchtige gibt es in Deutschland viel weniger Therapieangebote als beispielsweise für Drogenabhängige. Gerade deshalb findet Martina Kreutzjans die Aktion gut. Die Fachbereichsleitung für Sucht in der JVA möchte das Angebot ausweiten: "Für Gefangene mit Glücksspielsucht wird einfach viel zu wenig getan." Drogenabhängige können ihre Haftzeit in einer Therapieeinrichtung verbringen - diese Möglichkeit haben Glücksspielsüchtige nicht.

Nachrichten alle von Paul geschrieben

Nachricht von "Paul" zum Thema Glücksspielsucht

Eine der Nachrichten von "Paul" zum Thema Glücksspielsucht

Die Nachrichten an den Ballons haben die Teilnehmer des Programms alle unter dem Pseudonym "Paul" verfasst. Auf jeder Karte steht außerdem eine anonyme Nummer. So kann die Post im Fall einer Antwort an den Absender weitergeleitet werden. Der Name Paul ist übrigens an einen namenhaften Vertreter von Spielautomaten angelehnt.

Stand: 26.09.2018, 15:53

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