Viele Lokführer krank: Erftbahn nach Horrem fällt aus

Ein Bus fährt in Richtung Horrem in Bedburg ab

Viele Lokführer krank: Erftbahn nach Horrem fällt aus

Wer im Rhein-Erft-Kreis auf die Regionalbahn 38 angewiesen ist, der muss Alternativen suchen. Die Deutsche Bahn hat den Betrieb zwischen Bedburg und Kerpen-Horrem eingestellt - zu viele Lokführer sind krank.

Es ist 6 Uhr am Mittwochmorgen. Der Bedburger Bahnhof wirkt wie leer gefegt. Normalerweise warten an den Gleisen viele Berufspendler, die mit der RB38, der sogenannten Erftbahn, nach Bergheim oder Kerpen fahren. Doch es hat sich offenbar schnell herumgesprochen: Die Erftbahn fährt heute nicht. Schlimmer noch. Bis Dienstag, 22. Juni, sei der Betrieb komplett eingestellt, bestätigt Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn. Der Grund: Fast alle Lokführer sind krank.

Bahn findet keinen Ersatz

Alle 30 Minuten pendelt die Erftbahn normalerweise zwischen Bedburg und Kerpen-Horrem. Hier müssen die Bahnkunden umsteigen, wenn sie beispielsweise nach Köln wollen. Auf der Strecke sind im Schichtdienst immer die selben Lokführer unterwegs. Sie steuern einen Dieseltriebwagen. Die Strecke könne aber nicht jeder fahren, denn alle Lokführer müssten ortskundig und auf der Lok ausgebildet sein, sagt Bahnsprecher Pohlmann. Weil auf die Schnelle kein Ersatz verfügbar sei, habe sich die Bahn kurzfristig entschieden, die Strecke vorübergehend stillzulegen.

Problembahn RB38

Am Bedburger Bahnhof stehen zwei Berufspendler kopfschüttelnd vor einer elektronischen Infotafel. Beide wollen mit der Erftbahn ins benachbarte Bergheim. Doch daraus wird nichts. Wieder einmal, sagen sie. Die RB38 sei schon seit Jahren eine Problembahn. Mal gebe es Pannen bei den Bremsen. Dann wieder fallen ganze Triebwagen aus. Nun müssen die beiden Bedburger in einen Bus umsteigen, den die Bahn als Ersatzverkehr gechartert hat. Morgen wollen sie mit dem Auto nach Bergheim fahren.

Aus Erftbahn wird S-Bahn

Der Totalausfall der RB38 trifft im Rhein-Erft-Kreis viele Menschen. Laut einer Zählung des Verbandes Nahverkehr Rheinland sind jeden Tag mehr als 7000 Kunden auf der eingleisigen Trasse unterwegs, denn sie ist eine wichtige Verbindung von und nach Köln. Daher soll die Strecke  zweigleisig ausgebaut werden und eine elektrische Oberleitung bekommen.

Im 20-Minuten-Takt soll die S-Bahn dann zwischen Düsseldorf und Köln pendeln. Wann das sein wird, ist aber noch offen. Fast alle Pendler am Bedburger Bahnhof begrüßen die Pläne. Schlimmer als jetzt könne es ja eh nicht mehr werden, sagen sie.

Stand: 16.06.2021, 08:55