Mutmaßliche Lkw-Bande in Düsseldorf vor Gericht

Das Landgericht und Amtsgericht Düsseldorf

Mutmaßliche Lkw-Bande in Düsseldorf vor Gericht

  • Diebesbande vor Gericht
  • Lkw auf Rastplätzen geplündert
  • Angeklagten schweigen zu Vorwürfen

Am Dienstag (15.10.2019) hat der Prozess um eine Diebesbande vor dem Düsseldorfer Landgericht begonnen. Den neun Angeklagten im Alter von 19 bis 38 Jahren wird schwerer Raub vorgeworfen.

Vorwurf: "Lkw-Schlitzer"

Sie sollen laut Anklage die Plane von abgestellten Lastwagen aufgeschnitten, die Ladungen begutachtet und dann wertvolle Ware gestohlen haben. In einem Fall sollen sie auch einen Lkw-Fahrer mit einem Messer bedroht haben.

Vor Gericht haben die mutmaßlichen Täter zu den Vorwürfen geschwiegen. Einer der neun Angeklagten kündigte an, während des nächsten Prozesstages Ende Oktober auszusagen.

Plünderungen unter anderem in Dormagen und Wachtendonk

So sollen die Männer auf der A57 bei Dormagen die Planen von 42 Lkw aufgeschnitten, aber nur zwei Lampen entwendet haben. Auf einem Rastplatz an der A40 bei Wachtendonk sollen sie Waren im Wert von rund 300.000 Euro gestohlen haben, darunter Babynahrung, Spirituosen und Zinn.

Im April waren sie in Gelsenkirchen von der Polizei auf frischer Tat ertappt worden. Zuvor hatte die Polizei die Angeklagten observiert. So sei man der Bande und weiteren Taten auf die Schliche gekommen, so Staatsanwalt Alexander Osiarkiewicz.

Lkw-Banden ein bundesweites Problem

Seit Jahren ist bekannt, dass Banden Ladungen aus Lastwagen stehlen. Die häufigste Vorgehensweise sei dabei das Planenschlitzen. Durch das Plündern der Lastwagen entstehen nach Schätzungen jährlich bundesweit dreistellige Millionenschäden.

Laut Staatsanwalt Osiarkiewicz wird in NRW derzeit gegen 24 weitere Tatverdächtige ermittelt.

Ein Urteil wird im Februar kommenden Jahres erwartet. Bei einer Verurteilung müssen die Anklagten mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen.

Stand: 15.10.2019, 13:21