Nach Kölner Geiselnahme: Brandopfer spricht über Tat

14-Jährige Lika überlebte Geiselnahme WDR aktuell 27.11.2018 01:42 Min. Verfügbar bis 27.11.2019 WDR

Nach Kölner Geiselnahme: Brandopfer spricht über Tat

Von Markus Schmitz

  • Lika ist seit Wochen im Krankenhaus
  • Sie bedankt sich bei Helfern
  • Spendenwelle für die Familie

In der Kinderklinik an der Amsterdamer Straße in Köln hat die 14-jährige Lika, die bei dem Brandanschlag am Kölner Hauptbahnhof vor sechs Wochen schwer verletzt wurde, zum ersten Mal über die Tat gesprochen. Am Dienstag (27.11.2018) beantwortete sie Fragen von Journalisten. Für Beobachter wurde es ein bewegendes Gespräch, bei dem Lika sich als eine tapfere Jugendliche zeigte. Lika wollte nicht gefilmt werden.

Lika kann kaum gehen

Lika mit Kopftuch/ rechts Likas Mutter

Lika mit Kopftuch/ rechts Likas Mutter

In einem Raum der Kinderklinik wird Lika von einem Anwalt, der die Familie seit dem Geschehen betreut, im Rollstuhl hereingefahren. Mittlerweile könne sie wieder etwas laufen, allerdings nur drei bis vier Meter, für mehr habe sie keine Kraft. Lika trägt eine graue Mütze. Sie hat keine Haare, weil die Ärzte Teile ihrer Kopfhaut an die verletzten Stellen an den Beinen transplantierten. Es sei sehr schwer keine Haare zu haben, sagt sie. Bis zum Brandanschlag am 15. Oktober hatte sie lange, schöne, dunkle Haare.

Entlassungstermin steht offenbar bald bevor

Die Ärzte haben ihre signalisiert, dass sie möglicherweise am Mittwoch (28.11. 2018) entlassen werden kann. Es stehe noch ein Verbandswechsel bevor. Bei dieser schmerzhaften Prozedur solle geklärt werden, ob sie die Klinik tatsächlich verlassen kann.

Dank an Helfer

Sie erinnert sich noch, dass es viele Menschen gab, die ihr geholfen haben. Unter anderem hatte ihr ein Mann den brennenden Schuh vom Fuß gezogen, ein anderer Mann blieb so lange bei ihr, bis sie schließlich ins Krankenhaus gebracht wurde. Speziell bei diesen beiden würde sie sich sehr gerne bedanken, es gebe aber keinen Kontakt.

Große Spendenbereitschaft

Seit einer Woche läuft die Spendenkation für Likas Familie. Die Mutter kann nicht arbeiten, weil sie rund um die Uhr bei ihrer Tochter in der Klinik ist. Der Vater arbeitet als Busfahrer im Schichtdienst. Die Hilfsbereitschaft ist großartig sagt die Mutter. Nach Angaben des Anwalts der Familie ist mittlerweile eine Summe von etwa 203.000 Euro (Stand 27.11.2018) zusammengekommen.

 



Stand: 28.11.2018, 08:49