Gewerkschaft: Kölner Lieferdienst unterläuft Mitbestimmung

Demonstration Deliveroo

Gewerkschaft: Kölner Lieferdienst unterläuft Mitbestimmung

Von Arne Busch

  • Betriebsrat des Lieferdienstes Deliveroo vor dem Aus
  • Freie Mitarbeiter mit weniger Rechten
  • Proteste vor dem Kölner Arbeitsgericht

Mitarbeiter mehrerer Fahrrad-Essenslieferdienste haben am Dienstag (13.03.2018) vor dem Kölner Arbeitsgericht demonstriert. Sie befürchten, dass der erst im Februar 2017 gegründete fünfköpfige Betriebsrat des Kölner Lieferdienstes Deliveroo ausgehebelt wird. Anlass ist die Klage einer ehemaligen Betriebsrätin. Sie fordert Wiedereinstellung.

Arbeitsverträge werden nicht verlängert

Der Betriebsrat bei Deliveroo löst sich nach und nach auf, denn die befristeten Arbeitsverträge der Betriebsratsmitglieder wurden oder werden nicht verlängert oder entfristet. Betriebsräte haben einen höheren Kündigungsschutz. Deliveroo beschäftigt jetzt mehr Selbstständige. Die Zahl der Beschäftigten ist in wenigen Monaten von mehr als 130 auf jetzt unter 30 gesunken, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Gewerkschaft: Schlechte Arbeitsbedingungen bei Deliveroo

Für die Freelancer bei Deliveroo sind die Arbeitsbedingungen laut Gewerkschaft schlechter als für angestellte Fahrradboten. Sie sind zum Beispiel in Sachen Bezahlung im Krankheitsfall und im Urlaub oder bei Arbeitskleidung und Fahrradreparaturen schlechter gestellt. Außerdem würden Unfälle nicht als Arbeitsunfälle anerkannt. Fahrradboten haben laut Gewerkschaft NGG statistisch gesehen zwei Unfälle pro Jahr.

In Köln war bereits im vergangenen Sommer der erste Betriebsrat deutschlandweit beim Botendienst Foodora gegründet worden. Im Februar folgte, ebenfalls in Köln, Deliveroo.

Stand: 13.03.2018, 12:52

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