Weniger Trauergäste als erwartet bei Clan-Beerdigung in Leverkusen

Polizisten und Trauergäste warten an einem Friedhof in Leverkusen

Weniger Trauergäste als erwartet bei Clan-Beerdigung in Leverkusen

Von Erik Butterbrodt

In Leverkusen ist am Freitag ein ranghohes Mitglied des Goman-Clans beerdigt worden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Der 61-jährige Mann war kürzlich an einer Coronainfektion gestorben. Er war ein sogenannter Friedensrichter der Roma-Großfamilie. Der Goman-Clan hat auf dem Reuschenberger Friedhof ein Familiengrab.

Unser Reporter berichtet, dass 25 Erwachsene und 15 Kinder an der Beerdigung teilgenommen haben. Weitere wollten, durften aber nicht. Die Familie musste eine Liste der Teilnehmer bei der Stadt abgeben. Gesundheitsamt und Ordnungsamt hatten zuvor die Clan-Familie in ihrem Anwesen aufgesucht und nochmal die Vorschriften erklärt. In Leverkusen sind per Allgemeinverfügung 25 Personen plus 25 Kinder unter 14 Jahren für Beerdigungen und Trauerfeiern zugelassen.

Erst mehr Clan-Mitglieder erwartet

Zu der Beerdigung waren mehrere hundert Familienangehörige erwartet worden. Nach dem Tod des ranghohen Clanmitglieds gab es bereits in den vergangenen zwei Wochen mehrere Treffen von bis zu 80 Personen auf einem Clan-Anwesen in Leverkusen. Dabei wurde teilweise gegen die Coronabestimmungen verstoßen. Auch Bußgelder wurden verhängt.

Allerdings gab es zuvor Kritik am Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt. Dieser hätte es bei einem ersten Einsatz unter anderem abgelehnt, trotz der Ansammlungen auf das Grundstück der Familie zu gehen und Bußgelder zu verhängen. Laut Stadt wurde der Vorgang mittlerweile intern aufgearbeitet.

Goman-Beerdigung: Großes Polizeiaufgebot in Leverkusen

Die Polizei hatte für die Beerdigung starke Bereitschaftskräfte angekündigt. Gemeinsam mit den Ordnungskräften wolle man die Einhaltung der Coronaauflagen überprüfen. Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) sagte dem WDR im Vorfeld der Beerdigung, dass man in engem Austausch mit Ordnungsbehörden, Polizei und auch der Großfamilie stehe und die Allgemeinverfügung in jedem Fall durchsetzen werde.

Goman-Clan in Leverkusen soll zahlreiche Straftaten begangen haben

Der Reuschenberger Friedhof, auf dem die Beerdigung stattgefunden hat, und der benachbarte Tierpark blieben für Besucher aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Die Familie ist seit Jahrzehnten in Leverkusen ansässig. Der Clan soll zahlreiche Einbrüche, Diebstähle, Betrügereien und Geldwäsche begangen haben. Einige Mitglieder wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Stand: 09.04.2021, 13:49