Leichlingen will Überschwemmungen verhindern

Ein kleiner Bach in dem ein Rohr mündet

Leichlingen will Überschwemmungen verhindern

  • Starkregenschutz-Programm vorgestellt
  • Neue Überschwemmungsflächen geschaffen                                                 
  • Wassermassen sollen gelenkt werden

Knapp ein Jahr nach der großen Überschwemmungskatastrophe in Leichlingen hat die Stadt ein Starkregen-Schutzprogramm vorgestellt (15.05.2019). Im vorigen Jahr waren bei einem Unwetter pro Stunde 100 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen. Kleinste Bachläufe verwandelten sich daraufhin in reißende Flüsse und überschwemmten weite Teile des Stadtgebiets. 

Neue Überschwemmungsflächen

In einem ersten Schritt sind entlang der Bachläufe neue Überschwemmungsflächen geschaffen worden. Der Wupperverband hat in Monate langer Arbeit die Bachläufe ausgebaggert und vergrößert. Spezielle Furchen sollen bei Starkregen das Wasser jetzt auf offene Wiesen lenken. An den Hängen oberhalb der Stadt sind auch künstliche Wälle aufgeschüttet worden, um die Wassermassen aufzuhalten und zu lenken.   

Rohre wurden zum Verhängnis

An vielen Stellen führen Bäche auch unter Straßen entlang. Bereits vor Jahrzehnten wurden sie deshalb in Betonrohre umgeleitet. Die wurden der Stadt während des Unwetters vor einem Jahr zum Verhängnis. Denn von den Wassermassen mitgerissene Bäume und Geröllbrocken verstopften die Engpässe. Das Wasser suchte sich neue Wege direkt in die Häuser. Fenster und Türen wurden eingedrückt, teilweise stieg das Wasser zwei Meter hoch. „Es ist ein Wunder, dass dabei niemand ertrunken ist“, sagt Bürgermeister Frank Steffes. 

Schutz wie im Hochgebirge

Der Rheinisch-Bergische Kreis, der Wupperverband und die Stadt Leichlingen arbeiten derzeit auch noch an speziellen Befestigungen wie sie beispielsweise in den Alpen bereits verwendet werden. Das mache die Topographie im Bergischen Land mit seinen Berg- und Hanglagen notwendig. So will die Stadt beispielsweise an steilen Straßen so genannte Alpineisen einsetzen. Das sind große Bleche, mit deren Hilfe das Wasser umgeleitet werden kann. Im vorigen Jahr waren die Wassermassen von den Feldern im Oberland über diese Straßen in Sturzfluten ungebremst in die Häuser geflossen.

Starkregen kann jeden treffen

Schutzkonzepte wie in Leichlingen werden im ganzen Bergischen Land benötigt, sagt der Wupperverband. Auch in Solingen und Wuppertal werde mit Hochdruck daran gearbeitet. Dort hatte es im vorigen Jahr auch schlimme Überschwemmungen gegeben. "Es geht kein Weg mehr daran vorbei, sich an den Klimawandel anzupassen", so der Wupperverband. Sicher sei aber auch,  dass es keine Schutzvorrichtung schafft, solche immensen Wassermassen aufzuhalten. Was jeder Hauseigentümer selbst tun kann und muss, darüber informiert die Stadt Leichlingen inzwischen auch auf ihren Internetseiten.

Stand: 16.05.2019, 09:53