Baustart für Gaspipeline in Leichlingen

Leerrohre für eine Gaspipeline

Baustart für Gaspipeline in Leichlingen

In Leichlingen haben die Arbeiten für die Hochdruck-Erdgaspipeline begonnen. Eine Bürgerinitiative und verschiedene Städte hatten gegen den Bau geklagt - vergeblich.

Die Gaspipeline soll durch den Rheinisch-Bergischen Kreis nach Leverkusen führen. Die Anwohner in Leichlingen wohnen teilweise kaum 100 Meter von der Trasse entfernt. Die Pipeline macht ihnen Angst, denn in den Versorgungsleitungen soll Gas in großen Mengen transportiert werden mit einem Druck bis zu 70 bar. Eine normale Gasleitung hat gerade mal 2 bar.

Im betroffenen Stadtteil Rotheberg kämpft bereits seit 2014 die Bürgerinitiative "Rothenberg explosiv" gegen den Bau der Versorgungsleitung. Die Anwohner befürchten, dass es bei einem Leck zu heftigen Explosionen kommen könnte. Bis zum Bundesverwaltungsgericht sind sie gezogen um den Bau zu verhindern.

Die Chancen schienen gut: in anderen Bundesländern hatten Klagen Erfolg. Am Ende haben die Leichlinger aber verloren. Laut dem Gericht gäbe es keine Sicherheitsbedenken.

Anwohner in Sorge

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Guido Endert, Vorsitzender "Rothenberg explosiv"

Nur wenige Meter hinter dem Haus von Guido Endert soll die Pipeline verlegt werden. Er ist der Vorsitzende von "Rothenberg explosiv" und kann es immer noch nicht fassen, dass der Bau jetzt wirklich begonnen hat.

"Wir wussten lange das der Bau kommen soll. Aber jetzt zu sehen, dass man bis zu fünf Meter an die Häuser rangeht, dass ist für mich total unverständlich. Ich habe auch immer noch Sorge und Angst. Ich finde es auch einfach so unnötig, dass man so nah an die Häuser rangeht."

Boden- und Gewässerschutz haben Vorrang

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Andreas Lehmann, Open Grid

Der Leitungsbetreiber Open Grid verweist allerdings auf die Einhaltung höchster Sicherheitsmaßnahmen. Weiter weg von Häusern könne man die Pipeline nicht bauen.

"Wenn wir eine Trasse planen, müssen wir unterschiedliche Schutzgüter beobachten", erklärt Andreas Lehmann vom Betreiberunternehmen. Es gebe sieben verschiedene Schutzgüter: "Bodenschutz, Gewässerschutz - verschiedene Pflanzen und Tiere, die muss man bei so einer Planung berücksichtigen."

Die Anwohner müssen darauf vertrauen, dass die Pipeline sicher ist. Bis Ende 2022 soll der Bau fertig sein.

Stand: 01.06.2021, 15:34