AKW Doel 1: Wie gefährlich ist das Leck?

AKW Doel 1: Wie gefährlich ist das Leck?

  • Leck im Reaktor 1 im AKW Doel
  • Meiler bleibt bis Oktober vom Netz
  • Störfall soll keine Auswirkungen auf Sicherheit haben

Der Betreiber des belgischen Atomkraftwerks Doel 1 hat eingeräumt, dass das aus einem Leck austretende Wasser radioaktiv belastet sein könnte. Es bestehe aber keine Gefahr, erklärte eine Sprecherin des Betreiberkonzerns Engie-Electrabel am Montag (30.04.2018).

Betreiber: Keine Gefahr

Das Wasser tritt aus einem Leck in einer Wasserleitung des Notkühlsystems im Reaktor 1 in Doel aus. Laut AKW-Betreiber Engie-Electrabel handelt es sich um sogenanntes Borwasser.

Da sich das Leck aber in dem hochradioaktiven Bereich befinde, könnte sich dieses Kühlwasser bei seinem Austritt radioaktiv aufladen, räumte die Sprecherin ein. Dennoch bestehe keine Gefahr. Das betroffene Wasser werde aufgefangen und in einem internen Kreislauf behandelt und entsorgt.

Leck im belgischen AKW Doel 1: Betreiber wiegelt ab

WDR 2 | 30.04.2018 | 03:27 Min.

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Das Leck ist nur schwer zugänglich und Arbeiter können aufgrund der Strahlung nur kurze Zeit an der Stelle verbleiben, schreiben belgische Medien. Der Reaktor soll bis mindestens Oktober vom Netz bleiben, auch wegen weiterer Routinearbeiten, so Engie-Electrabel.

Laufzeit von Reaktor 1 wurde verlängert

AKW in Belgien

Am vergangenen Montag (23.04.2018) war der Reaktor angeblich wegen Wartungsarbeiten stillgelegt worden. Der Reaktor 1 ist der älteste Meiler von insgesamt vier Reaktoren in Doel. Eigentlich sollte Doel 1 bereits 2015 vom Netz gehen. Seine Laufzeit ist bis 2025 verlängert worden. Doel liegt etwa 100 Kilometer Luftlinie von Aachen entfernt.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer hält die Begründung mit Wartungsarbeiten als vorgeschoben. "Dass der Betreiber sich mit Wartungsarbeitern herausredet, ist ein Stück weit Hohn", sagte er dem WDR. Die Dauer der Stillegung sei ein Zeichen für ein "ernsthafteres Problem".

Stand: 30.04.2018, 20:13